Denke nicht so viel nach. Wenn es so sein soll, dann wird es so sein. Alles was geschehen soll, wird geschehen.

Nach unserer ersten Nacht auf den Lofoten, die wir in Ballstad an einem kleinen- und gemütlichen Hafen verbringen, erwachen wir am nächsten Morgen gut gelaunt und ausgeschlafen.

Am Abend zuvor backe ich vier leckere Kastenbrote in unserer hauseigenen „Backstube“ 😊. Aus versehen habe ich die doppelte Menge an Teig hergestellt, weshalb ich noch bis nach 0 Uhr am Backofen stehe und Brot ausbacke. Durch die extreme Helligkeit, die uns noch bis Juli durch die Nächte begleiten wird, werde ich aber auch nur sehr langsam müde. Erschrocken stelle ich fest, wie spät es eigentlich schon geworden ist. Der Polartag bringt mich noch um meinen ganzen Schönheitsschlaf! ☺️

Am Nachmittag schaut sich Tommy im Wikinger-Museum in Bostad um, während ich mit Sunny, unserem alten Hund, durch die Gegend marschiere. Das Wetter hat sich, im Gegensatz zu den vorherigen Tagen, sehr gebessert.

Als wir durch den hölzernen Viehzaun hindurch schlüpfen, trete ich zuerst in ein schönes Schlammloch. Nicht schon wieder. 😄 Wieso passiert mir das nur andauernd? Meine Schuhe sind nass und dreckig. Kein Problem, dass trocknet ja wieder. Und irgendwann laufen meine Schuhe dann vielleicht auch mal ohne mich durch die Gegend ☺️ Mit lauten Schmatz-Geräuschen, die uns auf den ersten Metern begleiten, folgen wir dem dunkelgrünen „Kjerkveien“- Schild. Der Wind ist wahnsinnig kalt.

Zum Glück habe ich die Winterjacke angezogen. Diese ist zwar nicht mehr ganz so dick und warmhaltend wie vor einigen Monaten, doch sie hält noch ganz passabel warm. Die Jacke war eigentlich nicht teuer und aus diesem Grund „spuckt“ sie auch immer wieder etwas Watte aus. Sie hat sehr stark abgenommen. Wäre sie ein Mensch, man würde sie für ihren drastischen Gewichtsverlust, in den höchsten Tönen loben. Aber das ist sie nicht. Deshalb gibt es hier auch gar keinen Grund dazu ☺️

Der Weg hat sich gebessert. Inzwischen wandern wir über einen platt getretenen Pfad. Dort müssen in der Hauptsaison ja wirklich viele Leute vorbeikommen. Die niedrigen Heidelbeersträucher und andere Arten von Büschen, sind teilweise zu Erde und Staub gestampft. Da wird so viel von der Natur abverlangt.. Das positive daran ist, ich kann mich nicht verlaufen. Denn der vorgetretene Weg dient als gute Orientierungshilfe.

Mein alter Hund ist gerade wieder etwas schwerfällig zu Fuß. Schließlich sei heute kein Wandertag, sagt sie mir maulend ☺️ Naja, so ist es eben, wenn man sich ein Frauchen mit einem so starken Willen ausgesucht hat. Manchmal tut mir der Hund ja schon ein bisschen leid, aber meistens hat sie es doch echt gut bei uns 😄 Seit einiger Zeit bekommt sie sogar extra ihren eigenen Reis gekocht oder sie kriegt den deliziösen (ekligen☺️) Braun-Käse unter das Futter gemischt. Gut, ich gebe zu, der Käse war einfach zu teuer, um ihn ungegessen (egal von wem), zu entsorgen. Der Braun-Käse, „brunost„, ist angeblich eine norwegische Spezialität, doch uns hat sie überhaupt nicht angemacht. Brauner Käse. Braun. Karamellig und sehr salzig im Geschmack. Einfach..ähm …… ungewöhnlich? Ja, belassen wir es einfach bei ungewöhnlich. Aber probieren muss man ihn natürlich schon, wenn man in Norwegen zu Besuch ist. Und zur Not, unser Hund isst das Zeug! ☺️

Bei der Käseherstellung wird die Milch lange eingekocht, wodurch der enthaltene Milchzucker karamellisiert, während die Milch weiter kräftig gerührt wird. Anscheinend werden jährlich bis zu 20.000 Tonnen Braunkäse produziert. (Das kann ich mir jetzt irgendwie garnicht so richtig vorstellen..) Meistens wird dieser Käse auf Weiß- oder Knäckebrot gegessen. Wir verzichten in Zukunft aber lieber darauf ☺️

So zurück zur Wanderung. Vor uns wacht ein großer Berg. Je näher wir zu ihm vordringen, umso schöner und eindrucksvoller wird er. Seine vollkommene Schönheit entfaltet er allerdings erst, als wir über die beiden glitzernden Seen und das blaue Meer am Horizont, ins Tal schauen. Ich bin begeistert. Es ist so märchenhaft schön. Hinter jeder Ecke erwartet einen ein neues „Geschenk“. Mutternatur hat wirklich so wunderbare Dinge für uns Menschen bereit gelegt. Irre 😊 Immer wieder begegnen uns lilane Fähnchen, mit der Aufschrift, The Arctic Triple, die am Wegesrand in die Erde gesteckt wurden. Am Abend schau ich nach, was es damit auf sich hat, denn die Gegend um uns, während der Wanderung, zeigte sich komplett menschenleer.

The Arctic Triple ist eine Ultra-Trail Strecke. Der Lofoten-Ultra-Trail. Hier gibt es echt alles. Manno man 😊 Der Weg erstreckt sich auf bis zu 100 Meilen insgesamt, wobei der kürzeste Trail nur auf 12 Meilen verläuft. Je nach dem. Einen Lofoten Marathon gibt es angeblich auch noch.

Auf dem Rückweg zieht alles sehr schnell an uns vorüber, denn Sunny hat den Turbo eingeschaltet. Ich glaube, sie will mich immer veräppeln. Im ernst. Bergauf schleppt sie sich wie eine gebrechliche alte runzlige Uroma (halb am umfallen) und nach Hause kann sie wieder springen wie ein junges gelenkiges Reh. Solche Spiele spielt sie mit uns! So ein freches Tier ☺️ Aber Humor hat sie, dass muss man ihr schon lassen 😄

Tommy erwartet uns bereits hungrig im Wohnmobil. Schnell hüpfe ich auf den Beifahrersitz und los geht die Fahrt. Ihr wisst ja, bei Hunger gibts hier nix zu lachen 😄

Auf einem Parkplatz am Hang, in Leknes koche ich Chili mit Reis. Ja, ich muss mich jetzt auch mal selbst loben. Es wird richtig lecker ☺️ Als wir satt sind, strecken wir unsere vollen Bäuche Richtung Himmel und genießen einwenig die Ruhe. Gegen Spätnachmittag parkt ein Bus vor die Nase unseres Wohnmobils. Solche Fälle verleiten uns dann oft zum Nationalitäten raten. Und das Öffnen des Fensters bestätigt augenblicklich meinen Versacht. Es sind Deutsche ☺️ So können nur Deutsche aussehen ☺️ Lustig, wie man das doch oft erkennen kann. Ohne besonders auffällige- oder sehr spezielle Anzeichen. Man merkt es einfach 😄

Auf unserer Weiterreise an das Straßenende, nach A i Lofoten, fahren wir an wundervollem türkisfarbenem Wasser und weißen Sandstränden vorbei. Das ist so was von cool ☺️ Die Temperaturen passen aber leider so garnicht zu diesem Südsee-Flair. Denn auf den Lofoten hat es im Sommer durchschnittlich nur um die 13 Grad. Das ist kein Witz. Wir entschließen uns, den Strand für die Rückfahrt aufzuheben und diesen erst nachträglich zu erkunden.

A i Lofoten hat ungefähr einhundert Einwohner. Auf der Weltkarte findet man den Ort auf der östlichen Seite der Insel Moskenesoy. Von Bodo aus könnte man mit Hilfe einer Fähre, wenn man nicht ganz soviel fahren möchte wie wir, auch nach A übersetzen. Wer sich für Kultur interessiert, der kann sich hier, im kleinen Fischerdorf, in zwei der dort ansässigen Museen umschauen. Darunter das norwegische Fischerei- und das Stockfisch-Museum, mit seiner tausend Jahre alten vorzuweisenden Geschichte.

Kommen wir nun zum arbeitsreichen Teil der Reise. Da uns die Lofoten Bakeri in Leknes nicht in ihrer Backstube haben wollte, wäre Tommy am liebsten gleich ganz von den Lofoten geflohen. Doch ich bestand beharrlich auf meine noch ausstehende Wanderung in Reine, auf den Reinebringen, den Berg mit der (anscheinend) atemberaubenden Aussicht und dem dazugehörigen weltbekannten Panorama der Lofoten. Wir sind ja nur einmal im Leben hier und das muss schließlich anständig gelebt- und erlebt werden ☺️ Natürlich habe ich vorher nach einer Bäckerei geschaut, die ein paar Kilometer entfernt, in A i Lofoten ansässig ist und verrate es später auch dem, etwas niedergeschlagenen, Tommy. Eine gelungene Überraschung 😊

Unser Ziel, das Ende der Straße, ist gleichzeitig ein großer Parkplatz auf dem man kostenlos Parken darf und auf den man automatisch stößt, nach dem man den vorigen langen Tunnel hindurch gefahren ist. Ja, ab danach ist einfach Schluss 😊

Tommy fühlt bei der A-i-Lofoten-Bakeriet vor und ich erkunde, bei einem sonnigen Spaziergang in den berauschenden Bergen, die Umgebung.

Alle kehren wir glücklich und zufrieden zu Miss Liberty, unserem Zuhause, zurück. Und wir haben eine Zusage. Juhuu! 😊 Morgen Früh gehts los ☺️

Drei Köstlichkeiten der Bäckerei, die Tommy von seinem kleinen Ausflug ins Dorf mitgebracht hat, probieren wir bei einer frischen Tasse heißen Kaffees. Wir teilen die lecker aussehenden Gebäckstücke gerecht in der Mitte. Jeder (außer Sunny – in drei Teile lässt es sich einfach sehr schlecht schneiden☺️) bekommt eine halbe Zimtschnecke, eine halbe Schoko-Nuss-Schnecke und ein halbes Schokobrötchen (Sjokoladeboller). Alles schmeckt sehr lecker 😊

Jetzt muss ich aber wirklich den Reis für unseren armen Hund kochen, sonst verhungert sie noch 😄

Bis bald,

Eure Kati 😊😊

Ps: Auf was ich mich jetzt schon total freue, wenn wir in einigen Monaten einen Abstecher nach Deutschland machen, ist ein wunderbarer dick belegter- und frischer Streuselkuchen 😊 Das wird sooo gut ☺️☺️ (Gerne nehme ich auch jetzt schon nett gemeinte Einladungen entgegen 😄)

PPs: Und auf Cappuccino. Cremiger weicher und samtiger Milchschaum auf kräftigem Espresso. Oh ja, darauf freue ich mich auch total ☺️ Hm. Jetzt höre ich besser auf darüber nachzudenken, denn ich bekomme schon wieder Appetit 😄 Zum wievielten Mal, fragst Du? Das ist jetzt aber schon ein bisschen frech.. Keine Ahnung, viel zu oft ☺️😄 Oh, und Gyros wäre auch toll.. ☺️

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s