Das Passwort für‘s Leben heißt Humor 😊

Am Sonntag Morgen wache ich müde und nach nur wenigen Stunden Schlaf, auf dem Sofa auf. Trotz allem fühle ich mich gut und laufe die Treppe herunter die Küche, wo der Kaffee schon frisch- und wohlduftend durch die Maschine rinnt. In Ruhe teile ich ein Brötchen, dass wir vor ein paar Minuten vom Bäcker unseres Vertrauens vor die Haustüre gestellt bekommen haben, in zwei Hälften und belege es mit Käse von Kerrygold. Gut gelaunt beiße ich hinein ☺️

Mit meinen Gedanken sitze ich schon im Flieger. Da mich meine Freundin ein paar Tage zuvor, lieber noch zwei Stunden früher als geplant abholen wollte, greife ich vorsichtshalber nach meinem Telefon, da sie nach mehr als einer Stunde, leider immer noch nicht aufgetaucht ist. Hat sie vielleicht verschlafen? Doch kurz darauf fährt sie mit ihrem weißen Flitzer auf den Hof. Ich verabschiede mich und steige auf den Beifahrersitz. Ich hoffe, der Verkehr meint es heute gut mit uns. Zum Glück sind die beiden Autobahnen, über die wir fahren müssen relativ frei und wir kommen wirklich gut vorwärts, bis uns dann kurz vor Schluss, eine Baustelle mehr als eine halbe Stunde raubt.

Zu Mittag sind wir bei Christel (Tommys „Steigmütter“☺️☺️) eingeladen. Tommy hat, wie ich vor Ort von ihr erfahre, mal wieder nichts genaues erwähnt, denn unsere Abflugzeit scheint -irgendwie- untergegangen zu sein ☺️☺️ (Alles muss man selber machen ☺️) Daher bringen wir nun leider ein bisschen Stress mit an den umfangreich gedeckten Tisch. Unsere Begrüßung muss heute leider etwas kürzer ausfallen. Das selbst gekochte Essen von Christel ist köstlich (wie immer 😊😊) und ruft nach einem Nachschlag ☺️ Gefülltes Hähnchen mit Käse, Paprika (oder war das Tomate?☺️) in einer herrlichen Soße. Dazu knusprige Kartoffelspalten, Nudeln und verschiedene Salate. Im Anschluss an dieses ausgezeichnete Festmahl, versüßt uns ein super leckerer Nachtisch, den trüben Start in den Tag 😊 Ich bin sehr traurig, als wir nach weniger als einer halben Stunde aufbrechen- und schleunigst zum Flughafen düsen müssen. Ich hätte so gerne noch etwas Zeit mit meinem lieben Christelchen verbracht 😊 Dann sitzen wir auch schon im Auto. Tommy kutschiert uns bis kurz vor die Türe. Ich verabschiede mich von meiner süßen Maus 😊 und ziehe mir, vor den Treppen des Flughafens, erstmal ein paar Socken- und Schuhe an, bevor ich mich schließlich ins Gebäude aufmache.

Am Flughafen Hahn ist alles ganz unkompliziert. So, wie ich es gerne mag. Einfach einfach 😊 Bei der Gepäckaufgabe schaue ich auf die elektronische Gewichtsanzeige am Schalter. 6,4 Kilo 😄. Ich muss lächeln. Da hab ich es mal wieder geschafft ☺️ Wozu auch unnötiges Zeug in die Tasche packen, wenn man anschließend alles wieder nach Deutschland fliegen lassen muss? ☺️☺️ Falls jemand Tipps, wie man beim Kofferpacken Gewicht spart, möchte, bitte melden 😄 Ohne Handgepäck spaziere ich durch die Kontrolle. Ein freundlicher Mann vom Zoll, der sich in diesem Moment mit seiner Kollegin unterhält, bewundert mein linkes Bein. Genau dort, wo sich meine Weltkarte befindet 😊 Mein rechtes findet er hingegen nicht ganz so schön ☺️ Was er wohl gegen den süßen, aber freien Haus-Elf, Dobby hat? ☺️

Auf einem Plastiksitz, in einem kahlen Vorraum vertreiben wir uns die verbleibende Zeit bis zum Start. Ich muss feststellen, dass ich am Flughafen Hahn, ohne Probleme auch alleine fliegen könnte ☺️ Das war wirklich das reinste Kinderspiel. Wenn ich da an die riesengroßen Flughäfen, mit ihren tausendverschiedenen Gates und Hallen denke, wird mir ganz mulmig ☺️

So, es wird Zeit aufzustehen. Die „Beladung“ der Fluggäste beginnt. Wir erheben uns von den blauen Stühlen und wackeln gemütlich zu Gate 5. Problemlos schlendern wir über den Flugplatz und steigen, hinter einem grauhaarigen älteren Herrn, die Treppe hinauf in den Flieger, um unsere Platznummer an der Oberseite der Staufächer zu suchen. Ich sitze mittig, Susanne Richtung Gang. Dann folgt die übliche Prozedur mit Start und Landung. Der gesamte Flug dauert etwas weniger als zwei Stunden. Ein wenig zu früh, wie uns nun auch eine gelangweilte Stimme über die Lautsprecher mitteilt.

Kaum gelandet, finden wir uns in einer kleinen Halle, bei der Gepäcksuche, wieder. Viel winziger als der gesamte Kerry-Airport sind die Sporthallen in einem 3000-Einwohner-Dorf in Deutschland auch nicht ☺️ Sabine erkennt ihren Koffer und stellt sich zum Warten an den Rand. Keine zwei Minuten später geselle ich mich, mit meiner hellen Stofftasche zu ihr. Gemeinsam gehen wir durch den grünen Durchgang zum Ausgang und orientieren uns in die Richtung der Autovermietung. Europcar lese ich auf einem Schild am Eingang. Vor diesem Teil, dem Teil der Automietung, habe ich doch ein bisschen bammel. Wie es wohl auf der verkehrten Spur werden wird? ☺️ Doch Sabine schlägt sich wirklich gut. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase steigt zunehmend die Routine und das Gespür fürs Auto. Ab und zu ziehe ich während der Fahrt zwar noch mein Genick ein, zum Beispiel wenn uns ein Randstein oder eine Mauer anspringen- und etwas zu stark auf die Pelle rücken will ☺️ doch auch ich gewöhne mich daran 😄

Das Navi bringt uns mit einem kleinen Umweg, an unser Ziel. Unsere Übernachtungsstätte, ein süßes weißes- und niedrig (einstöckig) gebautes Häuschen, wie es in Irland oft zu sehen ist, blickt uns, umringt von einem liebevoll eingezäunten Garten entgegen. Die Besitzerin, eine kleinere 67-jährige Frau öffnet die Türe. Sie tritt zu uns heran und begrüßt uns freundlich 😊 Anschließend treten wir durch die Haustüre nebenan. Josephine führt uns durch die Ferienwohnung, zeigt uns die Räumlichkeiten und übergibt uns zwei Schlüssel. Mein innerer Drang, die Gegend zu erkunden wächst von Minute zu Minute. Schon stehe ich vor der Haustüre, habe meine blauen, norwegischen Sportschuhe an und spüre zum ersten Mal, so richtig den festen irischen Boden unter meinen Füßen. Ich öffne das vor kurzem neu gestrichene Holztor, das zur Straße führt, schließe es vorsichtig hinter mir und gehe, unter dunklen Wolkenformationen und sich abwechselnden Sonnenschein, dem tiefen blauen Meer entgegen. Die Flut hat ihren höchsten Stand erreicht, vermute ich auf Grund der fehlenden Verfärbungen an den Ränder der Felsen, die von weitem nicht zu entdecken sind. Von den unterschiedlichsten Seiten versuche ich an den Strand zu gelangen, doch vergebens. Wie ich später erfahre, ist der Sandstrand nur bei niedrigem Wasserstand zu erreichen. Ich kann jetzt schon den morgigen Tag nicht mehr erwarten ☺️

Anschließend wandere ich noch am ortsansässigen Golfplatz vorüber, wo es mir eine, in den Himmel ragende und mystische Ruine angetan hat. Leider gibt es keinen Weg dorthin. Privat. Auf dem Rückweg beobachte ich die Wägen, mit irischen Kennzeichen, die mit Karacho durch eine riesige Pfütze hindurch, über eine kleine steinerne Brücke fahren, um auf der gegenüberliegende Seite, in den Ort zu gelangen. Das Salzwasser vom Meer, dass sich bei Flut den Weg auf die Sträßchen bahnt, übersät die Autos mit einem Schwall aus salzhaltiger Gischt. Was für ein Schauspiel ☺️

Am nächsten Morgen wache ich schon sehr früh auf. Es ist gerade mal 6.37 Uhr. Die deutsche Uhr hat mich noch schwer im Griff. Dort ist es jetzt schon eine ganze Stunde später. Ich stehe auf und koche frischen Kaffee. Während ich mich auf einen gemütlichen Korbsessel, im lichtgefluteten Wintergarten setze, genieße ich die Aussicht auf die Büsche- und die hübsch- und liebevoll angepflanzten Blumenbeete, die der kräftige Wind trocken zu föhnen scheint. Im Hintergrund liegt das dunkle blaue Meer in einem kuscheligen Bett aus sanften Hügeln und saftig-grünen Wiesen. Weiße Nebelschwaden wehen über die dahinterliegenden Berge und leuchten fröhlich, während die Sonne für einige Sekunden durch die grauen Wolken zwinkert, als wollte sie mir einen kleinen Gruß vorbei schicken 😊

Heute haben wir uns dazu entschieden, nach Ballybunion zu fahren. Ein Tipp von Josephine, der Besitzerin unserer schnuckligen Unterkunft. Ein Parkplatz für das Auto ist wirklich leicht zu finden und kurz darauf sehen wir schon die Ruine, Fitzmaurice Castle, die von oben aus, das Meer bewacht. Mitten auf einem hohen Felsen im Meer. Einfach atemberaubend 😊 Im Moment ist Ebbe, weshalb wir am Ladys Beach entlang flanieren- und bei starkem Wind, von unten auf die kleine Ruine hinauf schauen können. Ich mag sie unheimlich, diese mystische Felsen, mit ihren wunderbaren Dingen, die es dort zu entdecken gilt ☺️☺️

Viele kleine Höhlen spicken die Felswände am unteren Rand. Eine Höhle scheint besonders tief in die Klippe hinein zu reichen, doch das Wasser steht bis weit unter die Felsen, weshalb ich keinen Fuß hinein setze. Dieses Risiko wäre ich wohl nicht einmal bei Trockenheit eingegangen 😊 Wie schnell kann das Wasser zurück kommen und den Hohlraum damit füllen..

Ich trete weiter auf dem sandigen Grund, auf das Meer zu. Der böige Wind bringt die Wellen zum Schäumen. Da rennt sie auch schon an mir vorbei. Schnell wie der Blitz hüpft sie ins Wasser und spielt mit den Wellen. Wer? ☺️ Eine junge Frau. Mutig. Wahrscheinlich ist das hier fast normal, da die Temperaturen in Irland immer etwas kühler sind, als wir verwöhnten Deutschen es gewohnt sind ☺️ Ich beobachte sie eine Weile und freue mich an ihrem Handeln 😊 Dann entdecke ich ein Stückchen weiter einen „Torbogen“. Wie cool ist das denn? ☺️ Mitten in der Klippe kann man dort einfach hindurch gehen ☺️

Auf der anderen Seite finden wir den „Cliff Walk„, den uns Josephine am Vorabend beschrieben hatte. Gut gelaunt blicke ich über den Rand der Klippen und ziehe jede Sekunde in mich ein. Was für ein wunderschöner Ort. Das tosende Meer klingt wie Musik in meinen Ohren. Ich liebe es einfach, an der Küste zu sein. Es ist unbeschreiblich ☺️☺️ Über das Grün der bewachsenen Klippen vor mir, schaue ich auf die dunklen Felswände gegenüber. Die riesige Felsformation, die gigantischen Klippen, schließen einen massiven Bogen in seine Mitte, der von ein paar Wellen umschlossen wird. Es ist soooo schön 😊😊 Auch die Wolken, der Wind, der Regen und die winzigen Sonnenstrahlen, sie gehören einfach dazu und machen diesen Platz zu einem ganz besonderen Ort 😊

Leider sind die Klippen am Rand eingezäunt, weshalb mir Susanne verbietet, nach unten zu kraxeln und den Strand zu erkunden. Schade ☺️ Aber wenn es dem Schutz der Natur gilt, dann bin ich da auch einverstanden. Obwohl ich doch sooo gern hinunter gegangen wäre.. ☺️ Von einiger Entfernung sehen wir wieder die Ruine, wie sie stolz auf dem Berg Richtung Horizont ragt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde Ballybunion Castle von den Fitzmaurice errichtet und 1582 von Lord Kerry zerstört. Heute gehört es dem Kerry Council, der sich auch der Aufrechterhaltung der Ruine, verantwortlich fühlt.

Keine 15 Minuten später stellen wir den kleinen schwarzen Renault auf einem großen Parkplatz, bei einem freundlichen Bauern ab. Vor uns die Bromore Cliffs. Es ist eine sehr ruhige Gegend, weshalb nur wenig los ist. Ich spaziere am Rand entlang und lasse mir von dem Rauschen des Meeres eine Geschichte, aus vergangenen Tagen erzählen. Aus den tiefen des Wassers ragt ein spitzer Brocken in die Höhe und dahinter, dort, wo die Klippen wieder zusammen laufen, plätschert ein kleiner Wasserfall vom Felsen ins Meer. Der Gegenwind sprüht ihn in die unterschiedlichsten Himmelsrichtungen ☺️ Ein Stück davon entfernt, bildet sich im dunkelblauen Wasser eine schaumige Spirale. So etwas habe ich noch nie zu Gesicht bekommen. Das sieht echt super aus ☺️

Auf dem Rückweg begegnen wir dem Bauern. Er gibt uns noch einen Tipp, weshalb wir nun noch nach Ballylongford düsen und das Carrigafoyle Castle erkunden. Die Burg liegt auf einer Anhöhung am Ufer des Shannon, in einer kleinen Bucht. Einfach spektakulär. Schade, dass wir nicht bei Flut ankommen, denn die Burg steht normalerweise (zumindest bei Flut ☺️) fast komplett im Wasser ☺️

Am Abend erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt, Barrow. Morgen ist geplant, die Cathedral in Ardfert, etwa 5 Kilometer von unserem „Zuhause“ entfernt, anzuschauen. Aber jetzt gibt es erst mal etwas zu Essen, mein Magen brummt und hängt tiiiief am Boden ☺️ Und ihr wisst ja, wie das ausarten kann, wenn ich hungrig bin 😄😄

Bis bald,

Eure Kati 😊😊

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Na, dann hoffe ich doch, daß es auf der Insel und vielleicht von einer Schwester der zu sehenden Ziege noch etwas anderes als den Großmolkerei – Käse (kerrygold), den man ja auch hier überall kaufen kann, für den großen Hunger gab!

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