Ein Planschbecken im italienischen Canyon.

Mein kleines Barfu├č-Abenteuer in der tiefen Schlucht des Riserva Naturale Cavagrande del Cassibile.

Da! – Da, war eine Sternschnuppe! Schlagartig bin ich voller Freude, so eine Sternschnuppe ist ja doch etwas ganz besonderes ­čśŐ. Zwei Sekunden zuvor, sah das alles ein bisschen anders aus. Schlecht gelaunt und m├╝de, ging ich mit Sunny nach drau├čen. So ist es eben wenn man einen Hund hat, der von allem etwas nascht und nie genug bekommt. ├ťberall findet sie etwas vermeintlich Essbares, dass sie in sich hinein stopfen kann. Genau deshalb ├Ąrgere ich mich auch so dar├╝ber. Aber jetzt bin ich allerdings milde gestimmt und komme fr├Âhlich, und mitten in der Nacht, mit meinem pupsenden Hund zum Wohnmobil zur├╝ck. Eine Sternschnuppe, w├Ąhrend Sunnys dringendem Toilettengang, das hatte ich auch noch nicht Ôś║´ŞĆ. Das Gl├╝ck liegt mal wieder auf Sunnys Seite – heute muss sie nicht vor dem Wohnmobil schlafen. (Was sich Sunny gew├╝nscht hat, als sie die Sternschnuppe gesehen hat, ist wohl kein Geheimnis – Essen! Ôś║´ŞĆÔś║´ŞĆ)

Nach dem ich erfreulicherweise noch eine M├╝tze Schlaf bekomme, fr├╝hst├╝cken wir gem├╝tlich (Sunny bekommt mal wieder Reis wegen ihrem Magen grummeln) und fahren anschlie├čend zum Riserva Naturale Cavagrande del Cassibile.

Um kurz nach Mittag schauen wir ├╝ber das Gel├Ąnder, in eine hinrei├čende Schlucht. Wir k├Ânnen unseren Augen kaum trauen so faszinierend und wundersch├Ân ist das Naturpanorama. Zwei Hunde bellen uns zur Begr├╝├čung, die beiden sind wirklich goldig.

Vor lauter Freude strahlen wir uns an ­čśŐ Wir geben uns wirklich alle M├╝he, doch auf keinem Foto erkennt man diese atemberaubenden Ausma├če dieses Naturschauspiels. Von unserem Standort aus entdecken wir ein riesiges Natur-Planschbecken – eine gro├če Badewanne in die t├╝rkisfarbenes klares Wasser „eingelassen“ ist. Einfach traumhaft Ôś║´ŞĆ Gegen├╝ber auf der Bergseite sieht man eine massive Felswand mit drei kleinen H├Âhlen, in denen V├Âgel zu nisten scheinen. Sie erinnert mich an Matera im s├╝d├Âstlichen Teil Italiens.

Der Himmel dar├╝ber ist dunkelblau und mit ein paar W├Âlkchen besetzt. Es windet stark, doch trotz allem erlauben es die Temperaturen, nur mit einem Pulli bekleidet (also nicht nur mit Pullover, eine Hose untenrum nat├╝rlich auch Ôś║´ŞĆÔś║´ŞĆ), die Umgebung zu erkunden.

Ich beginne meine Tour ins Tal auf eigene Faust. (Tommy hat leider Knieprobleme und Sunny ist auch nicht mehr der j├╝ngste Hund auf Erden Ôś║´ŞĆ) Zuerst muss ich ├╝ber einen verriegelten dunkelgr├╝nen Zaun klettern. Drei Stapel Obstkisten, die dort extra aufgebaut wurden, dienen zur Hilfe. Elegant steige ich hin├╝ber – Zumindest versuche ich es Ôś║´ŞĆ

Aufgeregt, weil ich schon so auf das gespannt bin, was mich dort unten wohl erwarten wird, springe ich ├╝ber einige grobe Steine den Pfad hinunter. Ich treffe nur auf wenige Sonntagsausfl├╝gler -schlie├člich ist f├╝r die Einheimischen ja Winterzeit. Oder es ist gerade Siesta, Mittagspause, oder was auch immer. Hunderte Steinstufen f├╝hren auf einem sandigen Weg, der auf der rechten Seite mit einem Holzzaun versehen wurde und ein Hinunterst├╝rzen verhindern soll, Richtung Schlucht.

Beinahe zwei Kilometer geht es dauerhaft ├╝ber, im Boden steckende Steine, grobes Ger├Âll und Felsbrocken. Man muss sich wirklich konzentrieren, wie leicht ist hier ein Fu├č vertreten. Die tolle Aussicht auf die umliegende Natursch├Ânheit entlohnt einen aber um ein vielfaches ­čśŐ Von dr├╝ben h├Âre ich ein leises Klingeln -ein Glocke -, weshalb ich mir vorkomme, als st├╝nde ich im Allg├Ąu, irgendwo in den Bergen in mitten einer gefr├Ą├čigen Kuhherde Ôś║´ŞĆ. Ich liebe das klingen der Glocken ­čśŐ Und w├Ąhrend ich dieser Musikbeigabe lausche, erhasche ich immer wieder einen winzigen Blick auf den t├╝rkisblauen See, der unten in der Schlucht auf mich wartet.

Irgendwann werden die unebenen Treppenstufen immer h├Âher, doch kein Problem, auch diesen beschwerlichen Teil lasse ich gekonnt hinter mir. Ich entdecke ein einzelnes Holzschild, dass mit der Spitze nach rechts zeigt. Danach geht es etwas schmutziger zu. Wasserpf├╝tzen, Erde, Schlamm und hohe, zum Teil glitschige Treppenstufen f├╝hren mich auf dem restlichen Weg zum strahlenden Wasserbecken. Schon aus einiger Entfernung kann ich die leuchtend t├╝rkise Farbe darin entdecken. Dann geht es noch ├╝ber in den Fels gemei├čelte Stufen, die durch die vielen Touris schon ziemlich abgerundet sind.

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Das Klettern macht mir wirklich Spa├č und als das Planschbecken pl├Âtzlich vor mir liegt, kann ich mich garnicht mehr daran satt sehen. Es sieht echt irre aus Ôś║´ŞĆÔś║´ŞĆ

Der Fluss Cassible hat in den letzten Millionen Jahren eine beachtliches Spektakel hinterlassen Ôś║´ŞĆ Er hat sich ein Bett durch den Kalkstein gebahnt, woraus dann die Wasserbecken- und die rechts vorbei rauschenden Wasserf├Ąlle (je nacht Jahreszeit – im Sommer pl├Ątschern sie vermutlich nur ­čśŐ) entstanden sind. Am Ufer ragen gelbliche Steinplatten in Terrassenform ins Wasser.

Hier warnen Schilder vor dem Herabst├╝rzenden von herausgebrochenem Sandstein. Nicht unbegr├╝ndet – denn einige St├╝cke liegen lose am Boden. Ein Spektakel wie in der S├╝dsee. Ein absoluter Traum ­čśŐ Kleine und gr├Â├čere, starkstr├Âmende Wasserb├Ąche flie├čen von einem- ins n├Ąchste Becken, um dann in einem gro├čen Bogen in einem einige Meter tiefer liegendem Becken zu enden, dass au├čerhalb meiner Sichtweite noch weiter zu flie├čen scheint.

Seit 1984 steht der ungef├Ąhr 10 Kilometer lange Canyon unter Naturschutz und wurde 1990 zum Naturreservat ernannt. Doch auch das ist f├╝r manch einen Wanderer, leider noch immer kein Grund, seinen eigenen M├╝ll wieder mit nach Hause zu nehmen. Schade. Die umliegenden B├╝sche k├Ânnen Geschichten davon erz├Ąhlen.

Diese kleine Wanderung hat sich echt gelohnt. In den letzten Monaten durften wir schon so vieles erleben, da ist es schon erstaunlich, dass es immer wieder etwas Neues auf diesem wunderbaren- und vielf├Ąltigen Planeten zu entdecken gibt. Absolut traumhaft Ôś║´ŞĆ

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Der Aufstieg, zur├╝ck zum Wohnmobil, beansprucht meine Muskeln zwar mehr, aber ich komme trotzdem gut voran. Ich erreiche erneut das Holzschild, dass mir zuvor den Weg zur rechten Seite gezeigt hatte. Nun siegt doch mal wieder meine Neugierde, weshalb ich einen kurzen Abstecher ins „Hinterland“ mache. Mich erwartet ein mystischer Pfad, der durch jede Menge Gestr├╝pp f├╝hrt und mich nach ungef├Ąhr zehn Minuten innehalten l├Ąsst. Ich mag einfach nicht mehr. Ich habe genug vom m├╝hsamen Durchk├Ąmpfen und kehre um. Doch was war das? Ich schaue nach vorn und entdecke genau vor meiner Nase ein Troll. Den riesigen Kopf eines Trolles, direkt vor mir im Berg. Gro├če Ohren die oben spitz zusammen laufen, eine ├╝berdimensionale Knubbelnase, die bis tief unter die Stirn ragt und seine herunterh├Ąngenden Mundwinkel, die erahnen lassen, dass dieser Troll nicht wohl gesinnt ist. Doch das macht nichts, ich freue mich trotzdem ├╝ber seine Erscheinung und bin beeindruckt Ôś║´ŞĆ

Auf dem R├╝ckweg nach oben falle ich nicht ganz so oft ├╝ber meine eigenen F├╝├če als bergrunter Ôś║´ŞĆÔś║´ŞĆ

Am n├Ąchsten Tag; das wei├č ich in diesem Moment nat├╝rlich noch nicht; h├╝pfe ich die selbe Strecke ein weiteres Mal hinunter, durchquere den gr├╝nen ultraklaren See, und wandere anschlie├čend am anderen Ufer durch die Berge wieder nach oben.

Auch hier erf├╝llen sich all meine Tr├Ąume. Die Aussicht ist grandios, die Landschaft, die ich w├Ąhrend meiner Wanderung streife, ist bezaubernd und selbst der kurze Abschnitt durch das angenehm k├╝hle- und reine Wasser, ist hinrei├čend. Meine Laune ist auf dem H├Âhepunkt angekommen und bringt mich (wie immer) heil- und gl├╝cklich zu meinen zwei Liebsten zur├╝ck.

Bei meiner R├╝ckkehr entdecke ich Sunnys neue Freunde die um unser Wohnmobil verteilt auf dem warmen Boden in der Sonne liegen und schlummern Ôś║´ŞĆ Die beiden sind wirklich gro├čartig Ôś║´ŞĆ

Also dann ­čśŐ

Ciao und bis bald,

Eure (hungrige) Kati ­čśŐ­čśŐ

Ps: W├Ąhrend einer kleinen Fahrpause auf dem gro├čen Parkplatz des Centro Commerciale, essen wir ein brillantes St├╝ck Pizza Ôś║´ŞĆ Das perfekte St├╝ck. Teig, Tomate, K├Ąse uuund Pommes Ôś║´ŞĆ Was f├╝r ein wunderbares Teil Ôś║´ŞĆÔś║´ŞĆ Ich steh total drauf. Eine Delikatesse Siziliens! (Das ist kein Witz ­čśä)

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