Tausend Stufen und ein Panda.

Eine rasante Fahrt im italienischen Rollercoaster. – Excellent oder lebensmüde? ☺️

Taormina. Wow. Einfach nur, wow. 😊 Unter meinen Füßen bietet sich mir, eine fantastische Sicht auf eine kleine Felsenkirche und die Weite des saftig grünen Tals. Ich sitze auf einem Steinbrocken zwischen zwei Kakteen und genieße diesen umwerfenden Ausblick.

Zwei Minuten zuvor stand ich noch in Mitten dieser hübschen kleinen Kirche, die in einem Fels integriert ist, und den es im Inneren der Kirche, zu sehen gibt. Filigrane Wandbemalungen, zwei prunkvolle guterhaltene Altare, Maria und ihr Jesuskind, und ein kleines hölzernes Tischchen, auf dem man -wenn man möchte- ein Teelicht anzünden darf.

Ja, die Italiener können auch anders, wenns sie denn möchten. Wirklich picobello hier drinnen, da kann ich echt nicht meckern ☺️☺️

Anschließend steige ich wieder herunter, um unversehrt und gut gelaunt bei Tommy anzukommen. Bei Tommy, Sunny und unserem flinken Panda. Ja, ein Panda. Mit großen schwarzen Ohren, weißem Gesicht und .. Nein, dass war natürlich Spaß. Bei unserem Modell handelt es sich um einen Fiat Panda. 😊 Der wurde von uns, für die vielen kleinen Gässchen gemietet, die es hier noch zu erkunden gibt.

Sunny wartet lieber im Auto, während Tommy Taormina von oben begutachtet und ich die Stufen zu Taormina-Castel (leider geschlossen) heruntersteige, um sie in Folge dessen, wieder hinauf zu rennen ☺️ Das ist ein Teil meines täglichen Sportprogramms. Der eine findet es wahnsinnig, der andere lustig. Und wisst ihr was? ☺️ Mir ist es ganz egal was alle darüber denken, denn ich habe mega viel Spaß und es bereitet mit uuunendliche Freude ☺️☺️ Und um das geht es doch im Leben 😊😊

So lasse ich nach der Treppen-Ration, die Schönheit Taorminas, sanft auf mich einwirken und entdecke dabei das uralte Theater. Dort werden wir am späten Nachmittag vorbei schauen, doch das weiß ich in diesem Moment noch nicht. Leider ist das Theater dann gerade am Schließen, als wir durch den Eingang treten möchten. Schade, also heute Abend mal kein Theater.

Als wir unseren Panda erreichen, gucken wir noch ein letztes Mal über die Felswand Richtung Meer. Fröhlich- und in türkiser Farbe, leuchtet es uns zum Abschied. Mir fällt erneut auf, wie schön die Natur doch ist. Alles andere ist nur vom Mensch gemacht.

Was ich heute lerne? Natur und Tiere produzieren keinen Müll. (Klar, jedes Tierlein muss mal „Groß“ ☺️ doch das verrottet schneller als man es finden kann ☺️.)

Kaum sitzen wir im Panda, schon geht die rasante Fahrt, durch die Berge weiter. Wo man auch hinsieht, steile Sträßchen, irre links- und rechts Kurven, als würde Michael Schumacher in Rekordgeschwindigkeit, das Slalom fahren. Echt der Hammer ☺️ Und auch hier kommen uns andauernd Laster (italienische Laster) entgegen, die keinen Millimeter vom Gaspedal- geschweige denn, aus der Mitte der Fahrbahn verrücken, um möglichst flott an den parkenden Auto- und am Gegenverkehr vorbei zu rasen. Der italienische Rollercoaster – eine Achterbahn mit erhöhtem Adrenalin 😉 Hier wird selbst der lahme Wohnmobilfahrer auf der „Landstraße“, im Überholverbot, vom vollbepackten Baustellenfahrzeug überholt, um kurz danach noch schnell dem nächsten metertiefen Schlagloch auf die linke Spur auszuweichen. Schließlich wartet ja Zuhause die Mamma mit der aldenten Pasta auf dem Tisch und die darf man nicht warten lassen. Straßenschilder? Verbotsschilder? -Natürlich nur zu Dekorationszwecken ☺️

Im ersten Moment schaue ich noch durch die Windschutzscheibe, schon stehe ich vor den nächsten Stufen, bergab. Ein weiterer Ort unserer kleinen Entdeckungstour heißt Castelmola. Im Hintergrund liegen die übergrünen sanften Hügel Siziliens, die aussehen, wie in den Berg gekuschelt. Als haue man sich, für einen erholsamen Mittagsschlaf, in ein gemütliches durchgesessenes Sofa -einfach total bequem. (Achso, hier vor Ort bedeutet so ein kleiner Mittagsschlaf, eine kleine Auszeit von ca. drei-vier Stunden oder etwas mehr, je nach Laune und Lust. Meistens von spätestens 13.30 bis ungefähr 17.30Uhr ☺️☺️) Ich entdecke viele kleine Pfade, die auf der Seite gegenüber in die Hügel „gemalt“ wurden.

Es ist einfach herrlich 😊 Ich bin so beeindruckt. Einige Spaziergänger kommen mir vom Tal aus, entgegen. Brotfertig und ausgelaugt. Ältere Menschen, darunter eine alte Frau, mit hochrot angelaufenem Kopf und -Entschuldigung- aus dem letzten Loch pfeifend. Ihr erkennt hier die Bedeutung für mich? Nein? Dann erkläre ich es euch ganz kurz: Da muss ich unbedingt runter und zwar sooofort! 😄 Davor melde ich mich noch kurz bei Tommy ab und hüpfe los.

Diese Gegend ist so faszinierend. Fast habe ich das Gefühl, dass um die nächste Ecke der weltbekannte Pate (Don Vito Corleone) auf mich warten muss ☺️ In mehr als zehn Minuten bin ich unten. Langsam drückt sich die Sonne durch den wolkenverhangenen Himmel und erhellt mein Gemüt mit ihrer Wärme. Weg aufwärts bringt sie mich dann aber wirklich zum Schwitzen. Was hat die mir zuvor entgegenkommende- und betagte Generation, da bloß geleistet. Wahnsinn, Hut ab.

Doch die Aussicht auf die Kakteen, die hügelige Landschaft und das Meer, machen die Strapazen um ein vielfaches wieder gut und lassen mich mein verschwitztes Gesicht schnell vergessen ☺️ Meine Neugierde packt mich, als ich einen alten, total durchgerosteten und verwitterten Fiat, zwischen ein paar stacheligen saftig-grünen Kakteen finde. Ich betrete das mini Grundstück, schlüpfe durch zwei Holzpfähle und an einer, aus Metallrost gebauten Wand vorbei, die mich schwer an ein verrottetes Bett- und somit an die italienische Siesta erinnert ☺️ Der kleine Fiat gefällt mit echt super – genau so abgefrackt wie er ist. Umweltbewusst wie dieser babyblaue Wagen ist, fährt (steht) er mit Kaktus-Treibstoff. Er scheint komplett aufgetankt. Sogar der Kofferraum, zumindest was noch davon übrig ist, ist voll davon. Faszinierende Technik 😊

Dann ist auch die letzte Treppenstufe geschafft. Auf den letzten Metern stehe ich auf einmal vor einer winzigen Pizzeria. Im Hinterhof steht ein gekachelter Ofen, der mit Holz befeuert werden muss. Es schaut sehr einladend aus – allerdings ist es für Pizza noch viel zu früh am Tag. Also nicht für uns, sondern für die Pizzeria ☺️☺️ Ich schlendere durch das Bergdorf zurück, zu Tommy und der allzeit aufgeregten Sunny.

Jetzt ist es aber wirklich an der Zeit, „nach Hause“ zu gurken und uns etwas Leckeres zu kochen. Heute kredenzt uns Tommy Chicken mit Reis und Curry 😊 Das wird ein Festmahl ☺️

Also dann..

Ciao und bis bald 😊

Eure Kati 😊😊

Ps: Sunny ist total ko vom Nichtstun ☺️