Sturmzeit.

Komisch, als hätten wir’s vorher schon gewusst. Gerade surfe ich (ohne Surfbrett) durch das Internet, schreibe ein paar Freunden zurück und entdecke dabei ein kurzes Video über Matera. Sassi di Matera.

Vor drei Tagen bin ich dort durch die Berge gesprungen, habe mich über die (gesperrte….) Hängebrücke über das Flüsschen gewagt (ja ☺️ ich hab ihn gefunden, den Weg zur Brücke ☺️☺️), habe ein paar Höhlen entdeckt und, sich sonnende Geckos- und eine schwarze Schlange aufgescheucht.

Und nun dieses Video. Ein Video, dass zeigt, wie gigantische Wassermassen durch die schmalen und kunstvoll errichteten Gänge Materas rauschen und -ohne Rücksicht auf Verluste- alle Habseligkeiten durch die Gassen spülen, um selbst vor der alten Kirche noch einige Sonnenschirme- und Blumenkübel zu zerschmettern, die ich noch kurze Zeit vorher, quicklebendig, über der Schlucht habe stehen sehen. Schade, dass dieser wundervolle Ort – in dem auch Teile des 2020 erscheinenden James Bond Film gedreht wurde – so verwüstet wurde. Aber so ist das Wetter. Wunderschön und dennoch rücksichtslos. Ich musste augenblicklich an die Bewohner damals in Braunsbach denken. Schrecklich, was die Menschen da durchmachen mussten. Braunsbach im Hohenlohischen, meiner Heimat.

Ich komme mir vor, als würde mir ein Licht aufgehen. Als würde ich auf einmal kapieren, wieso wir so schnell auf Sizilien gelandet sind; und wieso ich immer dieses beklemmende Gefühl in meiner Brust hatte. Ein Gefühl, dass sich so nicht beschreiben lässt. Ein Unwohlsein -der Drang weiter zu ziehen. Bei dem Anblick der erschreckenden Szene im Video, zog sich in mir noch einmal alles zusammen, um sich anschließend befreiend zu lockern. Ist das der menschliche Überlebenssinn, der siebte Sinne, der uns vor so manch einem schlimmen Szenario bewahrt? Ist es die Intuition, die, wie ihr sicher in den letzten Beiträgen immer wieder feststellen konntet, uns an kaum einem Ort Italiens wohlfühlen lies? Innerlich- und unbewusst spürten wir vermutlich bereits, dass es das Beste ist, sich auf Sizilien aufzuhalten 😊

Beim Ankommen vor ein paar Tagen, merken wir eine positive landschaftliche Veränderung. Alles wird hügeliger und bergiger auf Sizilien. Grüner Wald leuchtet uns entgegen und die Sonne scheint wie aus dem Bilderbuch. Etna qualmt ein Zigarettchen und beglückt uns mit seiner fröhlichen Erscheinung. Einfach herrlich, oder? 😊

Bilder schießen immer wieder durch meinem Kopf. Bilder, die in meinen Vorstellung entstanden sind, als ich mich vor viele Jahren an das weltberühmte Buch „Der Pate„, von Mario Puzo, herangewagt hatte. Bilder, die mir endlich zeigen sollen, was Italien wirklich für mich ist. Italien, wie ich es mir erträumte. Ein Italien, dass mir -zwischen all den Müllbergen- auch mal seine Schokoladenseite -seine atemberaubende Natur- zeigt 😊

Wir stellen uns in Giardini Naxos, für eine Woche auf den Stellplatz („Edenparking„), mit nur 5 Minuten Gehzeit zum Meer.

Hier verdrücken wir unsere erste sizilianische Pizza (von Sapore di Mare). Sie ist köstlich ☺️ Und befand sich noch vor wenigen Sekunden, eine Straße weiter im befeuerten Backofen.

Zum Dessert gibt es zwei unterschiedlich gefüllte Croissants, die wir uns teilen. Einmal mit Vanillekreme gefüllt, das andere mit Pistazie. Lecker ☺️

In den darauffolgenden Tagen soll es wie aus Eimern regnen, weshalb wir nachts einen eher umruhigen Schlaf haben. Starke sturmartige Böen und unaufhaltsame Wassermassen, rütteln an unserem Zuhause -unserem Wohnmobil. Wie oft haben wir schon aus den Nachrichten mitbekommen, dass der italienische Stiefel im Wasser steht? Gefühlte hundert Mal. Und leider ist damit wirklich nicht zu spaßen. Mal löst sich ein Hang, mal stürzt eine Brücke ein, oder oder oder.

Doch wir sind beschützt. Wieder einmal können wir uns ausgiebig bei der Natur bedanken. 😊 Endlich kann wieder Ruhe einkehren 😊

Angeblich sind während des Unwetters die gleichen Mengen Regen vom Himmel gefallen, wie sonst in Berlin innerhalb eines ganzen Jahres. Das ist echt der Wahnsinn..

Nach dem das Unwetter endlich vorübergezogen ist, hat sich auch der Strand total verändert. Die Rinne, durch die am Vortag noch ein kleiner Bach geflossen war, ist weg gespült und eben mit Sand gefüllt. Der gröbere Sand, unterhalb des Strandes, wo wir abends noch spazieren waren, haben die Wellen verschluckt. Der ganze Strand – wie neu gemacht.

Nur den Wellen und den verstreuten Gegenständen (Müll..) ist der starke Regen- und der kräftige Wind anzumerken. Weit vom Meer kommend, peitschen die Wellen mit lautem Krach aufs Festland. Immer wieder und immer wieder. Mir wird etwas mulmig, während ich die Wellen so aufgewühlt betrachte. Nach drei- oder viermaligem an den Strand schwappen, werden sie zunehmend stärker -bauen Druck auf- um sich anschließend, sehr nah an unser Schuhwerk (und vier Pfoten), heran zu preschen.

Die freie Fläche zwischen Wasser und Strand wird mir langsam zu nass ☺️ Während am Tag zuvor, die vor Jahren festgewordene Lava, von Etna, dem Vulkan, nur teilweise mit Salzwasser umspült wurde, ist heute überhaupt nicht mehr daran zu denken, darauf herum zu klettern, denn das Gestein befindet sich komplett unter Wasser. Nun mache ich mich, gemeinsam mit Sunny, wieder auf den „Nach-Hause-Weg“. Mir wird das hier doch etwas zu unheimlich ☺️ Ich warte lieber noch ein paar Stunden, bis sich das tobende Meer etwas beruhig- und wieder normalisiert hat 😊 Ich bin halt doch ein kleiner Schisser ☺️☺️

Wie es mit unserer Reise weiter geht, erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag -und zwar genau hier, auf Expedition Kati 😊😊

Ciao, bis zum nächsten Mal,

Eure Kati 😊😊

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