Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.

Ja, Italia, heute hast du mich zum ersten Mal umgehauen 😊 Heute konnte ich endlich fühlen, was es ausmacht, unterwegs zu sein. Wie schön, dass wir uns nun endlich mal kennengelernt haben ☺️

Nach einer anstrengenden Nacht in Lesina, auf einem Stellplatz in Küstennähe, bin ich etwas brummelig. Die vergangenen Nächte zehren an mir. Jeder einzelne Morgen beginnt um kurz vor halb vier. Es ist stockdunkel. Sunny wird quengelig und winselt, während sie lautstark und aufgeregt vom vorderen Teil des Wohnmobils, nach hinten läuft. Dieses Spiel wiederholt sie, bis ich ein erneutes Mal aufgebe.

Wer hat nur diese Läufigkeit eines Hundes erfunden? Wie kann man einem Hundebesitzer nur so etwas zu muten..? Ich schnalle Sunny an die Leine und gebe ihr die Möglichkeit, ihre überlebenswichtigen Markierungsvorgänge fortzusetzen.

An jedem kleinen Busch- und an jedem Bäumchen hebt sie athletisch- wie eine junge Hunde-Göttin, ihr Beinchen und verströmt eine Ladung ihres „betörenden“ Duftes. Irgendwann muss ihre Blase doch auch mal leer sein, oder? Ach so, wer sich jetzt fragt, weshalb Sunny ihr Bein hebt, sie sei doch weiblich, dann hab ich auf diese Frage leider keine Antwort zu bieten. Sie macht das schon von klein auf, hat sich das anscheinend von einem ihrer verrückten Hundemännchen-Kumpels abgeschaut und für besonders cool empfunden. Wie gesagt, normal ist wirklich anders. Aber irgendwie passt sie dadurch ja doch ganz gut zu uns. (Also nicht wegen dem Beinchen heben, denn das bekomme ich einfach nicht hin ☺️☺️)

Nach dem wir ausgiebig gefrühstückt- und Kaffee getrunken haben -Tommy ist mit dem Rad, auf die Suche nach einer italienischen Bäckerei gegangen und hat anschließend tausend verschiedene Sorten an Gebäck mit gebracht- suchen wir unsere Habseligkeiten zusammen und hissen, nach meiner 11 Kilometer Jogging-Runde und einer erfrischenden Dusche, die Segel Richtung Apulien. Apulien ist eine süd-östlich gelegene Region, die am „Überbein“, oberhalb, am „Absatz“ des Italienischen Stiefels, beginnt. Dort ist das Klima, selbst im Winter, sehr mild und die Sommer angeblich sehr heiß.

Unbefestigte und staubige Sträßchen, führen uns durch unzählige wassergefüllte Schlaglöcher, an unser Tagesziel. Wir suchen uns ein schönes Plätzchen zwischen ein paar italienischen „Bundeswehr-“ Bäumen aus und machen für heute Feierabend. Heute haben wir anzubieten: Ein Haus mit Meerblick ☺️

Anschließend wird Kaffee gekocht. Dazu gibt es zwei leckere gefüllte italienische Croissants, äh, Cornetto 😊 Eins mit Marmelade, das andere mit Vanillekreme. Ich finde es, abgesehen von der großzügigen Füllung, etwas zu trocken, doch im Allgemeinen gibt es daran nichts weiter zu beanstanden ☺️ (Schließlich möchte ich nicht mit, in Beton gegossenen Füßen aus den tiefen des Meeres gezogen werden ☺️)

Das Rauschen des Meeres lockt mich an den langen Sandstrand. Aufgeregt spaziere ich, gemeinsamen mit meinen grünen Hausschuhen, ans türkisblaue Wasser. Von oben leuchten die Sonnenstrahlen, des baldig endenden Tages, in einer Farbenpracht aus orange und rosa. Allerlei Rosa- und Blautöne spiegeln sich auf der welligen Oberfläche. Von Minute zu Minute wird das hellblau am Himmel, dunkler und bunter. Das Türkis der Wellen schwappt mir direkt vor die Füße, an den Sandstrand, um sich, einen kurzen Augenblick später, wieder in die übervolle „Badewanne“ zurück zu ziehen. Ich genieße diesen magischen Moment in seiner Ganzheit. Das erste Mal, während unserer Reise durch Italien, breitet sich endlich wieder dieses friedvolle Gefühl in mir aus. Hier kann ich meinen Akku aufladen und zur Ruhe kommen.

Der Einbruch der Dunkelheit kündigt sich leider schon viel zu früh an -um kurz nach Fünf ist es finstere Nacht. Hier und da wird noch etwas gewerkelt, doch das Ende des Tages scheint besiegelt. Wir sind ko und gehen an diesem Abend schon sehr früh ins Bett.

Der nächste Tag.

Es ist erstaunlich: 22 Grad und prächtiger Sonnenschein lässt die Italiener, zu warmen Schals und wattierten Wintermänteln, bis tief unter die Nase gezogen, greifen. Wir, Tommy und ich, wirken für die Einheimischen wohl eher als abnormal. Nur in T-Shirt und kurzer Hose schlendern wir durch den sonnig-warmen Tag. Ob bei leichtem Regen oder Sonnenschein, dass Wetter lässt wirklich keinerlei Wünsche offen.

Schade, dass auch hier wieder der Müll das größte Problem ist. Ich entdecke leider keinen Quadratmeter Sand ohne einer zerdrückten Plastikflasche oder ein paar, vom Meer angeschwemmter alter Schuhe und Kabel zu begegnen. Es stimmt mich traurig, dass solch ein schöner Platz auf dieser Welt, genau so aussehen muss.. Schade.

Ich backe jetzt erstmal mein erstes Brot in Italien und erfreue mich dabei am klangvollen Gesang des rauschenden Meeres.

Ciao und bis bald,

Eure Kati 😊😊

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