Das Schönste was man einem Menschen geben kann, ist gemeinsame Zeit.

Heute ist Sonntag. Die Sonne blitzt durch die saftigen grünen Blätter der Laubbäume und kitzelt mich an der Nase. Die Luft ist noch etwas kühl, doch heute sollen die Außentemperaturen erneut bis zu dreißig Grad erreichen. Ich spaziere an diesem Morgen alleine durch den Wald. Meine beiden Süßen liegen noch schlaftrunken und tief ins Bett gekuschelt, im Wohnmobil.

Sunny hat gestern mal wieder ihr Futter verweigert und ein paar Mal gespuckt, daher ist sie für die heutige Gassirunde entschuldigt 😊 Und einer muss schließlich auf sie aufpassen. Tommy meldet sich freiwillig dazu ☺️☺️☺️

Im Moment sind wir tagsüber bei meinem Papa eingenistet und am Weihnachtsplätzchen herstellen. Ja, dass ist (leider) die Wahrheit 😊 Da dachte ich, Brot bei vierzig Grad zu backen wäre eine Herausforderung, aber nein, ich wurde eines Besseren belehrt, denn in dieser Jahreszeit Plätzchen zu backen ist wirklich die Krönung 😄😄

Und es führt kein Weg daran vorbei, wir müssen uns da jetzt durchbeißen. Durchbeißen, durch hunderte Plätzchensorten.. ☺️ Was mir anfangs allerdings noch schwerer zu schaffen machte, war das „Ankommen“, in meiner Heimat. Aber jetzt mal von Vorne.

In der Nacht auf meinem Geburtstag stehen wir im schönen Waldenburg. Jeder Kilometer, der uns näher an das „Hohenloher Land“ bringt, wirkt sich fürchterlich auf meine, bei der Anfahrt noch vorhandene gute Laune, aus dem Nahetal aus, bis irgendwann nichts mehr davon übrig bleibt. Leider. Noch nie konnte ich es leiden, nach Hause zu kommen. Nicht nach einem langen Wochenende und nicht nach einem Urlaub. Nicht mal als kleines Kind. Und schon garnicht nach so vielen Monaten. Ich freue mich unglaublich auf meine Familie und auf meine Freunde – mit denen hat das nichts zu tun. Ich liebe sie alle zusammen 😊😊 und ich freue mich über jede Sekunde, die ich gemeinsam mit ihnen verbringen kann. Es ist einfach ein Gefühl das ich habe. Warum genau, kann ich nicht sagen. Ich weiß es nicht.

Nach einer entspannten Wanderung, mit Sunny durch die Waldenburger Wälder, komme ich an meinem Geburtstagsmorgen wieder bei Tommy und Miss Liberty, unserem Wohnmobil an. Wenigstens an meinem Geburtstag hebt sich etwas die Laune ☺️ Wie meistens, frühstücken wir, nach unserem morgendlichen- und abgeschlossenen „Fitnessprogramm“ für alte Damen (Sunny) und anschließend geht es zu Heike, unserer Frisörin, der wir schon so viele Jahre treu sind ☺️

Nun kann man uns endlich wieder unter Menschen lassen 😄 Die Frisur sitzt, nur meine Laune sitzt noch auf der mittleren Stufe des Treppenaufgangs und wartet geduldig darauf, irgendwann mal abgeholt zu werden.. Aber nach und nach (wie ich es bei Sunny oft mache) lockt Tommy sie (meine Laune) mit ein paar Häppchen, naja, einem ganzen Döner ☺️☺️ herauf.

Am Nachmittag cruisen wir zu meinem Bruder, seiner Frau und zu den Mädels (alle vier sind eingeweiht), um meine Eltern zu überraschen, die dort, wegen eines Videoanrufs auf mein Handy, zu Kaffee und Kuchen eingeladen sind. Die beiden haben keinen blassen Schimmer ☺️ Das ist ja sooo lustig 😊

Wir klingeln an der Haustüre. Ein wenig Zeit vergeht. … Mein Bruder öffnet die Türe und ruft irgendetwas von der Post, nach drinnen, Richtung Wohnzimmer ☺️☺️ Wir umarmen uns überrennen Mama und Papa, mit unserer Anwesenheit ☺️ Die zwei sind baff 😊

Meine Mama weiß scheinbar nicht wie ihr geschieht, denn sie ist erstaunlich still (was selten der Fall ist 😄). Papa dagegen zeigt sich cool wie immer ☺️ doch man merkt auch ihm die gelungene Überraschung an ☺️ Wir umarmen uns alle fest und erfreuen uns an dem „unverhofften“ Zusammentreffen, während wir Mamas leckeren Erdbeerkuchen verspeisen. Kaum ist die süße Leckerei verdrückt, werden wir von Tommy nach Untermünkheim in die Traube, zum Essen gescheucht. Davon wusste ich nichts. Und Tommy weiß es ganz genau: Ich mag keine Überraschungen, ausser man sagt mir vorher, was mich erwartet 😄😄 Während der Fahrt benehme ich mich auf dem Beifahrersitz wie ein kleines Kind und stelle tausend Fragen 😄 Da muss Tommy jetzt durch, selbst Schuld, wenn er mir nichts verrät ☺️

Dann sehe ich Momo, eine liebe Freundin 😊 Ich bin perplex, gerade noch habe ich telefonisch ihre Glückwünsche entgegen genommen ☺️☺️ Dieser kleine Frechdachs ☺️ Aber ich freue mich riesig über ihre Anwesenheit 😊 Tommy hat sie scheinbar eingeladen, wie schön 😊

Ein langer dunkler Holztisch ist für uns reserviert. Jeder sucht sich einen freien Stuhl, sogar unser Hund findet ein geeignetes Plätzchen. Wir bekommen frisch geschmierte- und köstlich belegte Brotscheiben serviert. Dazu gibt es feine Gemüse-Sticks mit einem lecker gefüllten Dipschälchen, in welches man die Gemüsestangen tauchen kann. Was hat Tommy da nur Tolles für mich organisiert. Ich bin ihm wirklich sehr dankbar 😊 (Danke, du süße Maus 😊😘)

Nach ein paar Minuten öffnet sich erneut die Türe und Robin spaziert herein, gefolgt von Ariane und Thaisy. Ich bin ganz aus dem Häuschen und weiß nicht mehr was ich noch sagen soll. Kaum möchte ich mich zurück auf meinen Allerwertesten setzen, schon darf ich mich zur nächsten Begrüßung erheben ☺️☺️ Ich bin sprachlos. So etwas hat noch niemand für mich organisiert. Die ganze Familie sitzt da. Ob leiblich oder nicht 😄 (Ein Teil der leibliche Familie ist im Urlaub ☺️ Die andere Familie sind meine Freunde 😊) Alle sind sie gekommen. Ich freue mich unglaublich, alle nach so langer Zeit wieder zu sehen ☺️ und mit ihnen meinen heutigen Geburtstag feiern zu können. Und es kommen noch viel viel mehr.

Was für ein wunderbarer gelungener Abend. Mehr kann ich dazu nicht sagen ☺️☺️ Mir fehlen die Worte.

In den nächsten Tagen backe ich; freundlicherweise stellt mir meine Mutter ihren Backofen zur Verfügung und sammelt für mich frische bunte Blümchen; eine blumige Hochzeitstorte für mein Schwesterchen 😊 Ich bin froh und glücklich, als ich die Torte zusammengesetzt-, dekoriert- und übergeben habe ☺️ Da ist auch mir eine Überraschung gelungen. Eigentlich war diese Torte so nicht geplant, doch alle Eheschließungen, für die ich bisher in meinem Leben eine Torte „zusammen bauen“ durfte, halten bis zum heutigen Tag. ☺️ Und genau deshalb war es sooo wichtig für mich, denn die Beiden sind ein so wundervolles Paar und sollen doch auch in den Genuss einer lebenslangen- und glücklichen Verbindung kommen 😊😊

Nach dem Backen, ist vor dem Backen.

Und.. Heimat bedeutet nicht gleich, dass man sich sofort wohlfühlt.

Kjerag? Was war schon der Kjeragbolten, die größte Mutprobe meines Lebens, gegenüber dieser unerträgliche Enge, die ich in meiner Heimat Deutschland verspüre? Von der unbändigen Freiheit des skandinavischen Lebens rutsche ich in den tiefen Schlund des germanischen arbeitsreichen Alltags. Kaum zu glauben, dass ich mich hier mal so wohlgefühlt habe. Ein bleierner Regen prasselt auf mich herab und legt sich mit einer unglaublichen Schwere auf meine Schultern, als hätte man zur besinnlichen Weihnachtszeit einen frischen Keks mit Blei gefüllt und im Ganzen verschluckt.

Selten habe ich mich so fehl am Platz- und unwillkommen gefühlt. (Das hat nichts mit unseren Freunden und der Familie zu tun, und auch nicht mit der unschlagbaren Geburtstagsüberraschung 😊) Die letzten Monate waren, wie ich nun noch mehr bestätigt bekomme, wahrlich nicht spurlose an mir vorüber gegangen. Reisen verändert. Die Empfindsamkeit steigt und die Wahrnehmung für Dinge, die man im deutschen Alltag vielleicht ansonsten oftmals übersieht, wächst enorm.

Angst überkommt mich. Mit jeder Sekunde entzieht sich mir ein Stückchen meiner wahren Natur, meiner Freiheit. Jede Minute verliere ich, gefühlt, erneut ein Stück meiner Selbst. Und es ist eigentlich mein größter Wunsch, so sein zu können, wie ich in Wirklichkeit bin. Doch vielleicht ist gerade dies meine Aufgabe in der nächsten Zeit.

Die Chance jemals ein Stino-Leben zu führen, sinkt gegen Null. Es gibt für mich kein Zurück. Unvorstellbar, sich so in der Menge treiben zu lassen, wo wir doch alle Individuen sind und so viel preiszugeben- und zu entdecken haben. Komisch, dass die Masse immer der lauten Mehrheit- und der angeblichen Wahrheit folgt und nicht seiner eigenen Intuition 😊 Man erkennt einfach so vieles, wenn man aus dieser Enge herauskommt, dass nenne ich das wahre Leben. (Und mittlerweile kann ich sogar Länder auf der Weltkarte zuordnen, ohne sie auswendig gelernt zu haben. Ich muss dazu sagen, dass Auswendiglernen noch nie meine Stärke war. Mein ehemaliger Erdkunde Lehrer, aus der Hauptschule, wäre sicher stolz über meine Fortschritte 😄)

Ich versuche die positiven Dinge für mich herauszufiltern, die die uns wieder auf die richtige Spur bringen sollten. Alleine schon die Konzentration auf das „Gute“ wirkt seine kleinen Wunder 😊

Nach dem unsere riesige Auswahl an Weihnachtsgebäck fertig gebacken- und verziert ist, suchen wir unsere Dekorations-Spezialistin, meine Mama, auf. Nach ihrer großartigen Vorbereitung und unserem festen Arschbacken-zusammenkneifen, sind dann nach einigen Tagen auch die tollsten Fotos geschossen, weshalb nun die eigentliche Arbeit beginnen kann 😄

Aber jetzt gibts erstmal einen köstlichen Döner gefüllt mit Putenfleisch, der Zweite (oder Dritte?) in dieser Woche ☺️☺️ Hmmm, lecker 😊

Bis Bald,

Eure Kati 😊😊

Ps: Döner war wie immer total lecker ☺️

PPs: Seit Donnerstag bin ich Besitzer einer gelben wasserdichten Regenjacke 😄

PPPs: Bald gehts ne Woche nach Irland 😊

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