Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben.

Wusstet ihr, dass das Nordkap ganz genau genommen eigentlich der zweitnördlichste Punkt Europas ist? ☺️ Ja, wirklich. Denn der nördlichste Punkt, von dem man angeblich einen grandiosen Blick auf das Nordkap hat und der nur durch eine ca. 18 Kilometer lange Wanderung zu entdecken ist, ist die Landzunge Knivskjellodden.

Das Nordkap ist eine, ins Polarmeer hineinragende Felsformation an der nördlichen Seite der Insel Mageroya. Es liegt auf 71° 10′ 21″ nördlicher Breite in der gleichbenannten Kommune, Nordkapp. Das Wahrzeichen des Nordkaps ist der weltbekannte- und vielbesuchte große Globus, der erst im Jahr 1978 aufgestellt wurde. Ein wahrer Touristenmagnet. Ungefähr 200.000 Touristen aus aller Welt besuchen jährlich diesen Platz auf der Insel, am „Ende der Welt“.

Uns gefällt es hier wirklich gut. Bis auf die Temperaturen, aber das gehört eben dazu, schließlich sind wir hier im Norden. Schon die Anreise war ein Highlight für sich. In einigen Berichten und Artikeln, habe ich schon vor Wochen über die langweilige Landschaft gelesen, doch was ich hier zu Gesicht bekomme, ist das glatte Gegenteil. Wie so oft sollte man sich (wirklich!) immer ein eigenes Bild- und eine eigene Meinung über etwas machen, denn jeder Betrachter schaut durch zwei grundverschiedene Augen. Ich finde es einfach unschlagbar 😊

Die vergangenen Nächte haben wir in Alta am Fjord geparkt. Diesen Park-Tipp erhielten wir von zwei Schweizern, die wir kennenlernen durften. Es hat sich echt gelohnt 😊 Zwei Schweinswale schwimmen im Meer und wir können sie dabei beobachten. Ist das nicht der Hammer? ☺️ Nur die Flossen durchtrennen die dunkle, aber klare Wasseroberfläche. Wir freuen uns über diese Erlebnis wie zwei kleine Kinder und strahlen uns an 😊 Zu allem Überfluss angelt Tommy kurze Zeit später einen herrlichen Kabeljau. Das ist DER Fisch ☺️ Das ist DER Fisch überhaupt! Diesen tollen Fisch, auf Englisch Cod genannt, verwendet man zur Herstellung der weltbesten Fish and Chips 😄 Ehrlich. Aber leider bei den Nachbarn, in England oder Schottland. Schade ☺️

Da liegt er jetzt, der Kabeljau und schaut mich traurig- und mit geöffnetem Mund, durch seine glänzenden Glubschaugen an. Hm.

Der ist wohl hin. Das weitere Prozedere erledigt Tommy zum Glück alleine. Ich kann das nicht sehen. Sunny muss in diesem Moment, komischerweise ganz „dringend“ vor die Türe und ich konnte meinen Kopf einfach nicht wegdrehen, während Tommy das Innerste des armen glitschigen Meeresbewohners enthüllt.. Ein bisschen lebendig sind sie mir dann doch irgendwie lieber ☺️

Später sammle ich, vom Meer angeschwemmtes Holz, dass im Laufe der Zeit entlang der Kieselsteine, oberhalb des Wassers liegengeblieben ist. Nach ein paar Minuten kehre ich, mit jeder Menge Brennmaterial, zum Wohnmobil zurück. Tommy sucht ein paar große Steine, um später das brennende Feuer in Schacht halten zu können. Ich stelle die trockenen Äste in der vorbereiteten Feuerstelle aneinander und beginne von Hand, mit Hilfe meines Magnesiumsteins, einen Funken zu erzeugen, der zuerst den Zunder und anschließend das Feuer entfachen soll. Und siehe da, keine Minute später flackert das hellleuchtende- und warme Licht der Flammen. Ich bin ja so was von stolz ☺️

Das letzte Mal, noch in Schweden, dauerte es fast eine Dreiviertel Stunde 😄 (das war allerdings das erste Mal 😊) Tommy erwähnte nebenbei, als ich ihm erkläre, das ich heute das Feuer mit dem Stein anmachen werde, dass er gerne noch vor Mitternacht essen möchte. Haha ☺️ Da musste ich mich natürlich ins Zeug legen 😊

Zum gegrillten Fisch in Folie, mit Salz und Pfeffer bestreut, gibt es Kartoffeln aus der heißen Glut. Lecker und knusprig! Was für ein Festmahl. Sogar einen grandiosen Hintergrund haben wir beim Essen in Petto. Berge mit weiß-gezuckerten Gipfeln, Meer, grüne Bäume, prasselndes Feuer, blauer Himmel und Sonnenschein. Der Himmel auf Erden 😊

Am Abend fährt eine sportliche Frau auf einem schwarzen Quad an unserem Zuhause vorbei, voran eine Schar Huskys. Ich dreh fast durch, als ich sie von weitem bellen höre und die ganze Mannschaft dann kurz drauf bei uns vorbei schneien. Das ist so cool ☺️☺️ Um die Hunde im Sommer fit zuhalten- und weiter zu trainieren, nimmt man statt Schlitten eben die Variante mit den vier Rädern ☺️

Nach dem mein „Höllenfeuer“ heruntergebrannt ist, spaziere ich noch ein Stückchen am Wasser entlang. Der schmale unebene Pfad, der zu einem tosenden Canyon mit Stausee führt, lässt mich ziemlich staunen.

Einfach irre, wie sich das Wasser nach unten in den Fjord bahnt. Was für eine Naturgewalt! An den Seiten erkenne ich eine Fischtreppe, die es den Lachsen Jahr für Jahr ermöglicht, erneut an ihren Geburtsort zurück zukehren, um dort ihre Eier abzulegen. Lachse können übrigens bis zu eineinhalb Meter lang- und bis zu fünf Kilo schwer werden ☺️ Tommy, nimm dich in acht 😄

Am nächsten Morgen fahren wir über die E69 auf die Insel Mageroya, die wir durch einen sieben Kilometer langen Tunnel, der unter dem Meer hindurch führt, erreichen. Kaum sind wir der Dunkelheit entflohen, parken wir unser Zuhause zur Mittagspause, auf der linken Seite auf einen kleinen Rastplatz. Um uns die Berge.

Es gibt eine leckere Portion Spaghetti und einen anschließenden Bergspaziergang. Die Sonne traut dich hinter den Wolken hervor und gesellt sich während meines Marsches, an den Klippen zu mir. Es ist einfach wunderschön hier.

Dann gehts auch schon weiter ans Nordkap. Während ich sehnsüchtig zurück auf die Berge und den Kieselstrand blicke, erspähe ich einen Adler. Waaaas? Ein Adler?? Das war ein Adleeeer! Ich kriegt mich überhaupt nicht mehr ein ☺️☺️ Keine Minute später kreist sogar, ganz weit über uns am Himmel, ein weiterer. Ich bin so dankbar, dies erleben zu können. Es ist wirklich unvorstellbar 😊

Auf unserem weiteren Weg entdecken- und beobachten wir nun immer wieder helle und braunmelierte Rentiere, mit ihrem dunklen Nachwuchs am Straßenrand und im Gebirge. Die Viecher sehen so goldig aus. Einigen unter ihnen wachsen schon die ersten Geweihe. Übrigens haben bei den Rentieren Männchen als auch Weibchen Geweihe. Wobei natürlich die Männer die Größeren haben.. 😄

Landschaftlich gefällt es mir bis wir das Nordkap direkt erreicht haben sehr gut. Farblich vielleicht etwas grau und trist, aber trotz allem hat dieses Stück Land jede Menge zu bieten und ist absolut sehenswert 😊 Schon alleine die süßen kuscheligen Rentiere ☺️☺️

Und dann stehen wir, nach dem alles brav gezahlt wurde, auch schon mit tausenden anderen Fahrzeugen auf dem Parkplatz am Nordkap, auf dem Weg zum Globus.

Anschließend erkunden wir das Besucherzentrum und gönnen uns jeder eine heiße frische Waffel mit fruchtiger Himbeermarmelade und warmem Cappuccino. Der erste norwegische Cappuccino meines Lebens 😊, und der nördlichste überhaupt 😊 und das nach so langer Zeit.

Also dann, bis bald, das Essen wartet ☺️

Eure Kati 😊😊

Ps: Es hat jetzt 2 oder 3 Grad 😄

PPs: Letzte Nacht hat mich meine erste norwegische Steckmücke gepiesackt. Nein, sie hat nicht einfach in den Arm oder ins Bein gestochen, sondern in die Backe und bestimmt drei mal in meinen Kopf 😄 Ohne Gewissen, einfach durch die Haare. Das Mistvieh! Drei kleine Beulen (die Schnacken in Deutschland sind nichts dagegen ☺️ Die Stiche jucken aber zum Glück nicht (bisher), sie tun eher weh.)

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