Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast.

Ein eisiger Wind bläst mir um die Ohren. Meine Haare fliegen wild in mein kaltes Gesicht, sogar mein kleiner Zopf kann sie nicht mehr bändigen. Ich ziehe die Kapuze meiner Jacke über den Kopf und wünsche mir die wärmende Sonne herbei. Meine Finger und Ohren werden zu Eiszapfen, doch ich muss weiter laufen. Zu stark ist der Drang und die Begierde etwas Neues zu entdecken.

Dunkle Wolken ziehen vom Meer kommend, am Himmel vorüber. Das schlechte Wetter, das sich angekündigt hat, verdrängt den Sonnenschein der vergangenen Tage. Schade, doch je weiter wir in den Norden fahren, umso kühler wird natürlich auch das Wetter. Bis der “Sommer“ das Nordkap streichelt, dauert es wahrscheinlich noch Ewigkeiten. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt, denn bis wir am Nordkap sind vergehen sicherlich noch mehrere Wochen.

Mir wird es zu kalt. Trotz Bewegung kühle ich sehr schnell aus und mache mich nun eilig auf den Rückweg zum Wohnmobil. Als ich Miss Liberty erblicke und zum Himmel sehe, strahlt mir ein wunderschöner Regenbogen, über dem wilden Meer, entgegen. Welch ein Glücksmoment 😊

Als ich die Türe geöffnet-, und meine Winterjacke ausgezogen- und an ihren Platz gelegt habe, setzte ich mich ins gemütliche und kuschelige “Wohnzimmer“. Während ich meine gefrorenen Hände an einer Tasse Kaffee wärme und mit jedem Schluck, mehr und mehr auftaue, fängt es an zu schneien.

Waaaas? Zu schneien?? Ist denn schon Weihnachten? (Jaaaa, Plätzchen und Schokoladen-Lebkuchen mit Marmelade gefüllt..😄 au ja, oder Spritzgebäck in Schokolade getaucht ☺️) Schnell brechen wir auf, mit Sommerreifen am Wohnmobil, ist in den Bergen wirklich nicht zu Spaßen. Auf der Fahrt, über die steilen Serpentinen ins Tal, ist es stellenweise echt glatt und ich sterbe tausend Tode bis wir endlich heil und unversehrt unten angekommen sind.

Ich hab doch in letzter Zeit so oft erwähnt, dass ich mittlerweile genug von Aktionen dieser Art habe, oder? Ich möchte am leben bleiben. Leeeben! Bitte. ☺️☺️

Ich lasse in Ruhe die Ereignisse der letzten beiden Tage Revue passieren:

Gestern Mittag sind wir, nach Forde an einen wunderschönen Wasserfall mit angrenzendem großen See gefahren, den wir durch Zufall entdeckt haben. Einfach traumhaft ☺️ Während Tommy das Mittagessen kocht, es gibt Hühnchen mit Reis und Curry (sooo lecker 😄), sind wir am Wasser entlang, über einen Kiesweg, spazieren gelaufen.

Ich bin total beeindruckt. An diesen sprühenden weißen Wassermassen kann ich mich einfach nicht satt sehen. Möchte man die Menge an Wasser, die sekündlich herunter strömt, in Eimer umrechnen, kommt man mit Kopfrechnen nicht weit und die Sicherung brennt durch (mal wieder) ☺️ Ich bin restlos überfordert, doch mein Wissensdurst ist dadurch leider lange nicht gestillt. Matheprüfung nicht bestanden 😄, durchgefallen. Schade. Es würde mich so interessierten.. ☺️

Die kommende Nacht stehen wir bei Vassenden auf einem Parkplatz. Unruhig vergeht die Zeit bis zur frühen Morgenstunde. Gegen halb sechs erwache ich, froh, den neuen Tag willkommen heißen zu können.

Da wir das Wohnmobil, wie zwei Holländer, ein Brite und viele andere auch, direkt an der E39 geparkt haben, rauschen minütlich gefühlt hundert Autos und Laster an uns Schlafsuchenden, vorbei, die uns eine unruhige Nacht bescherten. Ich kuschle mich nochmal an Tommy, schicke Sunny zurück in ihren “Schrank“ (den Schrank haben wir zu einem Schlafplatz umfunktioniert 😊), die anscheinend schon wieder Hunger hat, und genieße Tommys Wärme.

Alle drei sind wir heute einwenig gerädert. Zu dem, dass wir schlecht geschlafen haben, kommt der trübe- und wenig Sonne vorhersagende Tag. Außerdem habe ich, am Abend zuvor, vergessen die Brötchen herauszulegen, die jetzt erstmal auftauen müssen, bevor der Hunger gestillt werden kann. (Wie, dass ist nicht schlimm..? Ihr seit wohl noch nie verhungert! 😄) Dazu kommt ein weiteres Problem, dass mit dem Kaffeepulver. Der frisch erstandene Kaffee von Rema, schmeckt einfach total grässlich. Im ernst. Nicht zu fassen, dass es so etwas überhaupt zu kaufen gibt ☺️ Aus diesem Grund, gebe ich großzügig eine extra Portion Pulver, zur abgemessenen Ration hinzu, sonst wird der Stoff ja nie leer 😄

Das Frühstück verläuft im allgemeinen sehr friedlich. Wir reißen uns zusammen und belohnen uns dafür mit einer doppelten Menge norwegischen Nugatti auf den leckeren Brötchen 😊 Naja, außer Sunny. Aber sie ist ja eh in allem eine Ausnahme. Erst mag sie ihr Essen nicht, dann aber bitte mit Reis und zum Schluss kann sie nicht mal mehr alleine vespern, weil Frauchen nicht in der Nähe ist und ihr das kleine Pfötchen hält.. ☺️☺️

Der anschließende Weg nach Raudeberg ist unglaublich schön. Wir sind überrascht. Die Straße auf der Strecke ist zwar recht schmal gebaut, doch die umliegende Natur ist wirklich atemberaubend. Das ist Fernsehen auf vier Rädern 😊 es macht einen Heidenspaß ☺️

Am Vormittag halten wir, für eine kleine Pause, in Sandane. Das Highlight, ist der Eidsfossen 😊 Sein lautes Getöse dringt uns schon von weitem ans Ohr. Was für ein gigantischer Wasserfall. (ich weiß, immer nur Wasser Wasser Wasser.. aber es gibt hier halt auch so viele tolle Wasserfälle ☺️). Sunny sitzt aufgeregt daneben. Kaum hört sie ein Wassergeräusch, egal ob laut oder leise, möchte sie sich am liebsten hinein stürzen. Das nervt mich dann schon manchmal, aber ich lieb sie ja trotzdem 😄

Der Wasserfall setzt unendlich viele Wassertropfen frei, die der Wind durch die Luft auf uns herab weht. Mit nassem Fell und feuchtem Haar lassen wir uns weiter berieseln. Zu allererst vermute ich, ich hätte mich mal wieder im Weg geirrt (ja, dann halt eben verlaufen.. ☺️ Das man aber auch immer alles auf die Goldwaage legen muss ☺️) doch, unsere Wanderrunde führt angeblich wirklich durch eine Kuhherde.

Ich bin ein kleines bisschen aufgeregt. Die Kühe mustern uns durch ihre großen dunklen Glubschaugen. Wir, das (frische und knackige) gefundene Fressen. Aber bis sie sich träge vom Boden erheben, bin ich, mit Sunny an der Leine, schon über alle Berge geflitzt ☺️

Zu Mittag landen wir dann in Raudeberg, unserem Tagesziel. Vor einigen Monaten, als wir noch ein festes Zuhause hatten, haben wir eine Reportage über ein schnuckliges Hotel, in dem besagten Örtchen, angesehen.

Deshalb beschlossen wir, die Besitzerin, eine Deutsche, am Ende der Welt zu besuchen. Leider, so durften wir vor Ort feststellen, führt die Hamburgerin das Hotel schon seit Januar nicht mehr. Schade. Das wäre bestimmt eine tolle Geschichte geworden. Aber so ist das nun mal. In der Gastronomie, hat man es wirklich nicht einfach. Man muss sich alles sehr hart erarbeiten und bekommt am Ende nichts geschenkt.

Schon garnicht hier, am Ar*** der Welt. Klar, ein paar Autos und Ausflügler kommen uns schon entgegen, doch es gibt kaum eine Menschenseele, die hier zu leben-, und für den nötigen Umsatz zu sorgen, scheint. Das “Lighthouse“ (es sieht aber nicht nach einem Leuchtturm aus) lieg oben auf einem Berg, umgeben von dunklen blauen- und türkisfarbenen Wellen, die über den harten Fels, ans Festland schwappen. Die Szenerie drumherum ist wunderschön.

Die rosanen Blümchen auf den weichen Feldern, die die Landschaft zieren, erinnern mich so sehr an mein geliebtes Großbritannien. Vor genau einem Jahr, verbrachten wir dort eine herrliche und unvergessliche Zeit. Es versetzt mir einen kleinen Stich in die Herzgegend. Die Sehnsucht, das Heimweh, nach dieser hinreißenden Insel. Egal ob England, Schottland oder Wales (und Irland☺️ wobei das ja nicht UK ist) Bis zum heutigen Tag ist dieser Zusammenschluss meine persönliche Nummer Eins. Und wer weiß, vielleicht werde ich meiner „große Liebe“ eines Tages mal wieder begegnen..

Angeblich ist das Hotel seit kurzem unter der Führung des örtlichen Touristenverbandes und hat, so weit wir verstanden haben, nur donnerstags, als Café, geöffnet.

Meine Augen haben sich an den hohen Wellen festgesaugt, zu schön, um einfach wegzuschauen 😊 Ich klettere an ein paar Steinen hoch und überblickte das fantastische Landschaftsbild. Der Himmel auf Erden und wir mittendrin 😊

Ich liebe dieses Zigeunerleben ☺️ Es ist wie gemacht für uns drei. Mit dieser Erkenntnis gehe ich jeden Abend ins Bett, schlafe zufrieden ein und erwache am nächsten Morgen, mit dem selben prickelnden Gefühl vom Vorabend 😊

Einfach paradiesisch ☺️ Ich bin so dankbar für diese Möglichkeit 😊😊

Bis bald,

Eure Kati 😊

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich muss einfach einmal gestehen: Ich liebe Deine Reiseberichte! Nie langweilig, immer schön zu lesen und bei den herrlichen Fotos zu träumen.
    Danke, fürs Mitnehmen.

    Liebe Grüße, Werner 🙂

    Gefällt mir

  2. Kati sagt:

    Tausend Dank 😊😊 Etwas schöneres kann man sich als „Schreiber“ garnicht vorstellen 😊 das freut mich sehr 😊
    Liebe Grüße, Kati 😊

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s