Man muss einmal an seine Grenzen gegangen sein, um zu wissen, wo sie liegen.

Morgen geht es los. Ich liege auf unserem Bett, in mein Kopfkissen gekuschelt, gehe meinen Gedanken nach und versuche zu schlafen. Wie so oft, wenn ich am nächsten Tag unbedingt erholt- und ausgeschlafen sein möchte, klappt das natürlich nicht. Zu groß ist die Spannung auf die morgige Tour. Fast 30 Kilometer werde ich laufen müssen. Müssen dürfen ☺️ Würde ich nur schon am “Start“ stehen.. Diese Aufgeregtheit, habe ich dem Kjeragbolten zu verdanken. Normalerweise bin ich die Ruhe in Person, doch nach dieser Erfahrung dort oben, bin ich im Moment einfach etwas überstrapaziert 😊

Am Nachmittag gehen wir ins Sport Outlet und zu Rema 1000, um ein paar notwenige Artikel zu erstehen. Tommys Angel schreit nach einem Ersatzteil, ich brauche ganz dringend neue Schuhe (mit den anderen abgelaufenen glatten Schuhen stand ich noch auf dem Kjeragbolten-ich möchte garnicht dran denken) und ein bisschen Proviant für die Wanderung. Ihr wisst ja, wenn ich Hunger habe, muss sich retten wer kann. Kein Troll wäre sicher.

Auf der Suche nach dem Sportgeschäft, entdecke ich einen roten VW Bus. Blitzblank geputzt, aber mit Kratzern am Heck. Oh weh, ein Postauto, denke ich mir und behalte recht ☺️ Das “posten“-Logo leuchtet mir provokant entgegen. Schnell weg hier 😄 Dies ist ein berufsbedingter Reflex. Zügig abhauen, wenn die Arbeit kommt 😄 Als ich um die Ecke biege und den ersten Schreck verdaut habe (so schlimm ist es nicht 😊), blicke ich plötzlich auf einen großen Parkplatz, ein Posten-Auto neben dem anderen, auf der Seite der Haupteingang. Einige rote Kisten stapeln sich auf einem Wagen, den ein Mitarbeiter abgestellt hat. Ich hatte doch eigentlich vor, dieser ewigen Knechterei zu entgehen und nun befinde ich mich auf einmal mitten drin 😄

Als diese Hürde endlich genommen ist, hält uns nichts mehr von unserem Einkauf ab. Zurück bei Miss Liberty (unserem Wohnmobil), packe ich meinen Rucksack. Eine leichte Regenjacke. Eine Fleecejacke, man weiß ja nie, wie sich das Wetter in den Bergen so entwickelt. 1,5 L Wasser. Eine Thermoskanne, die ich in der Frühe mit frischem Kaffee füllen werde. 2 gekochte Eier und etwas Salz (darauf freue ich mich jetzt schon☺️). Zwei große Brötchen-Ringe, eins mit Käse, das andere mit Nugatti, dem norwegischen Nutella. Eine Dose Thunfisch. Ein kleines Päckchen Bohnen, ein Vorrat an Keksen mit Schokostückchen und zwei Bananen. Ich denke das wird mir bis zum Nachmittag, erstmal reichen. Mal sehen ☺️ Oh nein, ganz wichtig! Das hätte ich jetzt fast vergessen! Das wär‘s noch gewesen! Das wäre der Anfang allen Übels 😄 Meine grüne Dose dänischen Bieres, an die ich vermutlich die ganzen Strecke über denken werde, bis ich sie zum Schluss endlich öffnen kann. Die Dose dient ausschließlich zu Motivationszwecken 😊 (Andere haben Wanderschnaps- ich mein Feierabendbier am Schluss). Und die Kamera habe ich auch noch vergessen. Das müsste es jetzt aber gewesen sein. Ich freu mich total auf das Vesper. Das wird ein Genuss 😊

Jetzt muss ich aber wirklich schlafen, es ist schon spät. Bis morgen. Um halb sechs klingelt der Wecker. Und bitte nicht schon am frühen Morgen, wegen dieser unmenschlichen Zeit beschweren..

Am nächsten Tag

Ich fühle mich wie an meinem ersten Schultag. Klein und zerbrechlich, ohne den leisesten Schimmer auf das, was kommt. Der Wecker klingelt erst in neunzehn Minuten, doch an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Ich atme tief ein- und langsam wieder aus, bis sich nach einiger Zeit, mein Herzschlag wieder normalisiert hat. Tommy, schläft noch. Eindeutige Geräusche von seiner Bettseite aus, bestätigen wohlwollend meinen Verdacht ☺️☺️ (Gestern Abend ist er vor mir eingeschlafen und hatte einen blöden Traum. Während ich, als er schlief, seine Hand in meiner hielt, bewegte sie sich ständig und auf die komischste Art und Weise. Ähnlich macht es Sunny mit ihren Beinen, wenn sie im Traum vor etwas davon läuft oder wenn sie schmatzt, weil sie von einem leckeren hauchdünnen Schnitzel träumt. Am besten noch mit Zitrone.. Schlaftrunken plappert Tommy etwas von Wasser, schönen leuchtenden Fischen und mir, die ins Wasser hüpft und nicht mehr auftaucht. Na das sind ja mal rosige Aussichten ☺️ Immerhin sei ich glücklich gewesen, nuschelt er noch, bevor er weiter schnarcht. Hm. Eigentlich hatte ich heute vor, Trolltunga zu bezwingen und nicht umgekehrt.. 😊)

Um 6.40 Uhr sind wir, mit Frühstück im Bauch, am unteren Trolltunga-Parkplatz, in Tyssedal angekommen. Eine 7 Kilometer lange Straßen, die uns (mich) eigentlich an den höheren Parkplatz führen sollte, dürfen wir mit unserem Wohnmobil nicht befahren. Fahrzeuge dieser Größe sind auf dieser Strecke leider verboten. Schade. Doch davon lasse ich mich nicht unterkriegen. Busse fahren um diese Uhrzeit leider auch noch nicht. Mist. Nun war mein Kampfgeist geweckt. Die Straße musste ich einfach noch zusätzlich erwandern. Da führt nichts dran vorbei, keine Chance. Trolltunga kann ich nur auf diese Weise bezwingen.

Kein Wunder, dass auf diesem kurvigen Weg, großen vierrädrigen Fahrzeugen und Bussen, das fahren untersagt ist. Die Straße ist sehr schmal und in den Kurven sehr eng. Ich benötige eine ganze Stunde zum ursprünglich angedachten Abstellplatz. Den vollgepackten Rucksack spüre ich schon jetzt unangenehm auf meinen Schultern, doch davon lasse ich mich nicht weiter beeindrucken und schenke kurzer Hand, meine Aufmerksamkeit etwas anderem, dass mir auf dem Weg begegnet. Zum Beispiel den kleinen Blümchen, die am Wegesrand in lila und gelb leuchten. Oder die Maiglöckchen, hinter dem Steinabsatz, die bald anfangen werden zu blühen.

Mit 7.661 Schritten, das sagt mein Schrittzähler, komme ich auf die 4.000 Meter lange Privatstraße, die mich in Serpentinen und mit 16 prozentiger Steigung zum Start des Trolltunga Wanderweges bringt. Währenddessen genieße ich beim Laufen die Aussicht, esse eine Banane und trinke ein paar Schlucke Wasser. Am Horizont erstrecken sich große schneegezuckerte Berge, die all die grünbewachsenen Hügel zu hüten scheinen. Ein lauter imposanter Wasserfall, rauscht auf der linken Seite der Straße, mit einer wahnsinnigen Kraft ins Tal hinunter. Irre ☺️ Endlich erreiche ich das heiß ersehnte Schild. Trolltunga.

Um 8.35 Uhr beginne ich die offizielle Trolltunga-Tour mit ihren anstrengenden 10 km. Am Anfang läuft man, ein eher angenehmes Stück auf geradem Stein und anschließend weiter auf Schotter. Doch zu früh gefreut. Über eine gefühlt kilometerlange Treppe, aus großen Steinbrocken, nimmt der Weg unheimlich an Höhenmetern und Muskelbeanspruchung zu.

Um mich, es erinnert mich stark an die Landschaft um den Kjerag, blaue dunkle Seen, vertrocknetes farbloses Gras und viel Schmelzwasser, dass sich einen Weg durch den Schnee sucht.

Nach einiger Zeit baut sich am Horizont, ein weites Feld aus kaltem Schnee auf. Das hat mir gerade noch gefehlt, doch es verwundert mich nicht, damit habe ich bereits gerechnet. Es bleibt einem auf diesem Weg aber auch nichts erspart. Kurz nicht aufgepasst, schon finde ich meine neuen Schuhe, auf die ich beim Gehen sehr achtgegeben habe, in einem eiskalten seichten See, randgefüllt mit Wasser. Das habe ich also ebenfalls hinter mir. Auch gut ☺️ Beim Eintreten ins Wasser, bemerke ich, dass ich mich einwenig verlaufen habe.

Anschließend verschaffe ich mir einen Überblick, analysiere schnell und marschiere weiter, in die vermutete richtige Richtung. Schon nach ein paar Minuten hat mich der Wanderweg, der mit aufeinander gestapelten Steinen und einem rotmarkierten T, gekennzeichnet ist, wieder.

Das wär‘s noch gewesen, im kalten Bach zu versinken, ohne das schöne Vesper je angerührt zu haben. Das wäre wirklich todtraurig und unverzeihlich gewesen. Mystische Wolken-Formationen verhängen den Himmel. Finster funkeln mich die schroffen Felsen an, als seien sie, gegenüber den vielen Wandersleuten, nicht gerade froh gesinnt. Wasserfälle plätschern und rauschen gewaltig über die Steinwände. (Wie in einem vorherigen Beitrag bereits erwähnt, sind Wasserfälle das Überbleibsel, wenn sich norwegische Trolle über dem Felsrand erleichtern..)

Eine Weite erstreckt sich vor mir, die man kaum beschreiben kann. Wunderschön und lieblos zu gleich. Immer wieder erhalte ich einen aufmunternden Blick auf den Stausee, in dessen verwinkelten Wände, sich irgendwann und irgendwo Trolltunga versteckt hält. Ein Motorboot flitzt durch das dunkle blaue Wasser und hinterlässt eine weiße Spur darin.

Als ich weiter durch den Schnee stapfe, spüre ich dieses bedrückende und einengende Gefühl in mir. Begründet, denn wer kann mir schon garantieren, dass unter dem langsam schmelzenden Schnee, kein Loch ist, in das die Eisdecke hinein brechen könnte und mich, den Wanderer der in diesem Moment darüber spaziert, in den Abgrund stürzen lässt? Ich eile weiter. Weiter, um meine Gedanken zu verscheuchen.

Die Strecke, nach dem letzten Wegweiser, dem 1 Kilometer Schild, ist sehr aufreibend und anstrengend. Was für eine Leistung es braucht, über diesen schweren Wanderweg, hierher zu kommen. Alle, wie wir hier stehen, haben es geschafft. Glückwunsch!

Zeitweise wünsche ich mir eine schneeleere Berglandschaft, die keine unsichtbaren Gefahren verbirgt. Im Nachhinein würde ich jedem raten, der diesen Weg, ohne die notwenige Kondition und untrainiert gehen möchte, dies nur im Sommer zu tun, wenn es lange hell ist. Man kann leicht abrutschen oder ins Eis einbrechen. Es ist teilweise wirklich gefährlich, denn man weiß nie, wie es unter der Schneedecke aussieht. Vor allem bei Sonnenschein, ist schmelzender Schnee nicht zu unterschätzen. Doch mit der nötigen Vorsicht, Training, Glück, Ruhe und Verstand kann man vieles bewältigen. Oder man hat einen so starken Willen- und Dickkopf wie ich ☺️ dann auch. Ich bin froh nach über 30.000 Schritten, heil an der Trollzunge, angekommen zu sein. Ich bin wirklich da.. Endlich 😊

Ich spaziere gemütlich auf den Fels, um mir Trolltunga, noch mit etwas Abstand, von der Seite aus, anzuschauen. Schon cool, irgendwie 😊 Dennoch ist mein erster Gedanke: Oh nein, nicht schon wieder so eine anziehende Tiefe, deshalb bin ich heute so einen weiten Weg gewandert? ☺️

Ein Blick nach unten in die Schlucht verschlägt mir den Atem. Der blaue Stausee, die grauen Felswände, die Wolken, der kühle Wind und die lange Felszunge, sehen von der Felsseite, von wo aus man auch die Fotos schießt oder schießen lässt, furchterregend aus. „Mit keiner Fußspitze werde ich diesen Fels berühren, niemals“, denke ich mir. Nach dem ich mir auf diesen kurzen Schrecken, ein Plätzchen auf einem Stein gesucht habe, lasse ich mich für eine Pause nieder.

Da muss man echt wahnsinnig sein, ist einer meiner Gedanken, als ich zwei Touristen beobachte, die auf den Felsvorsprung klettern. Herzhaft beiße ich in mein Käsebrötchen, trinke zwei Tassen heißen Kaffee aus der Thermoskanne, doch von dessen Geschmack bekomme ich nur wenig mit. Wie gebannt schaue ich auf die menschenbelebte Zunge. Ich beschließe Trolltunga eine weitere Chance zu geben und das ganze Theater aus nächster Nähe zu betrachten.

Schließlich bin ich den ganze Weg doch nicht umsonst gegangen. Freiwillig solche Strapazen auf sich zu nehmen, um sich anschließend, ohne ein eigenes Foto, davon zu machen? Nein, ich bin doch nicht irre 😄 Ich bitte schnell eine Frau, bezüglich eines Fotos um Hilfe, bevor ich es mir erneut anders überlege. Ich dringe vorsichtig zum Abgrund vor und laufe dem Nichts entgegen. Als ich nach unten schaue, entdecke ich eine kleine Felsplattform. Eisenstäbe sind in die Wand eingelassen und man kommt dadurch sehr einfach und ohne große Probleme an den Anfang der Zunge. Kein Vergleich zum Kjeragbolten. Null. Da muss ich beinahe lachen. Die Trollzunge zu bewältigen ist dagegen fast lächerlich ☺️

Beim Kjeragbolten musste man im Schnee bergab, auf eine Schlucht zu laufen, dass war ein schreckliches Gefühl. Man hatte das Eindruck, als würde man in die Tiefe rutschen. Bei Trolltunga dagegen spaziert man gut gelaunt und frohen Gemütes einwenig aufwärts. Selbstverständlich schau ich, auch hier, zuerst über den Rand (total doof, ich weiß, aber das mache ich irgendwie immer so) bevor ich in die Kamera lache ☺️ Ich setze mich auf meinen Allerwertesten, rutsche an die Kante und lasse meine Beine über dem Abgrund baumeln. Unbeschreiblich cool ☺️

Ich bin sehr glücklich, dass ich mich das, trotz der Erfahrung auf dem Kjerag, getraut habe. Mein, auf dem Kjerag entwickelten Respekt für Höhenräusche und Sachen dieser Art, hat sich schlagartig in Luft aufgelöst. Ich bin wirklich dankbar dafür.

Mir kommt schlagartig Tommys Kamera im Rucksack in den Sinn, ich krame sie hervor und fotografiere das landschaftlich sehr spektakuläre Panorama. Ohne Fotos für Tommy hätte ich nicht heim kommen dürfen, eher wäre ich nochmal hochgewandert 😄 (das ist natürlich ein Witz ☺️)

Es ist wunderschön hier. Mystik strömt aus jedem Winkel. Was für ein unvergessliches Erlebnis. Nach einer 40 minütigen Verschnaufpause trete ich den Rückweg an. Es gibt keine nennenswerten Vorkommnisse oder schwerwiegendere Schicksalsschläge auf dem Rückweg (12.09 Uhr verlasse ich Trolltunga). Ein kleines Stückchen des Weges, das ich über einen, schneeversteckten See hüpfe; ich bemerke ihn erst als ich mittendrin stehe; bringt mich zwar sehr stark ins Schwitzen, denn das Eis knarzt sehr unheilvoll-klingend unter meinen Schuhen, doch ich komme lebend und mit einer kleinen Warnung davon. Als ich das nur wenig entfernte Loch entdecke, dass den Blick auf das tiefe Wasser freilegt, traue ich mich nicht einen Schritt weiter, geschweige denn zu atmen. Ich klettere sanften Schrittes, auf einen Stein und springe zum nächsten, bis ich endlich wieder gewohntes Land unter meinen Füßen spüre.

Wo es geht jogge ich, mit dem Griff am Rucksack und einem am Gürtel meiner Hose, die sonst rutschen würde, schließlich möchte ich die, mir entgegen kommenden Menschen, nicht verschrecken ☺️, den Weg zurück. Mein Rucksack meldet mir zwischendurch ein Überschuss an Schoko-Keksen, die ich angeblich dringend vernichten muss. Mit dieser Motivation kann ich endlich die ätzenden Schneefelder hinter mir lassen. Den ganzen Rückweg wärmt mich die Sonne mit ihren leuchtenden Strahlen auf. Sie macht alles um so vieles besser. Die Welt ist hübsch und freundlich, sobald die Sonne brennt. Kurz darauf trage ich kurze Hosen.

Um kurz nach 15 Uhr habe ich die asphaltierten Privatstraße, die mich zurück auf den Trolltunga-Parkplatz, in vier Kilometern leitet erreicht. Ich jogge unbeirrt weiter, soweit ich noch kann, ab und zu geht mir die Puste aus und ich bekomme Seitenstechen. Kurz durchatmen und weitermachen ☺️ Die Wasserflasche habe ich vor ein paar Minuten geleert, denn was ich in mir habe, muss ich nicht mehr auf dem Rücken schleppen 😊

Nach dem dieser Teil abgehakt ist, öffne ich auf der langen Strecke zum Wohnmobilparkplatz, mein mitgeschlepptes Bier. Frischgekühlt aus dem Rucksack. Herrlich, nichts schöneres kann ich mir in diesem Moment vorstellen. Außer vielleicht die noch vor mir liegenden sieben Kilometer hinter mir gelassen zu haben. Kaum ist mein (dänisches) Bier leer, das ging komischer Weise ziemlich zügig, springe ich weiter.

Seit ein paar Stunden schmerzt mein Bewegungsapparat, meine Knie fühlen sich dick und geschwollen an, meine Schultern brennen, mein Rücken schmerzt und jeder Tritt, den ich in langsamem Tempo mache, ist anstrengender und qualvoller, als mich schnelleren Schrittes bergab zu bewegen. Als ich die zur Sicherheit angebrachten Spiegel, in den Kurven bemerke, kann ich nicht anders, als ein bisschen Blödsinn zu machen. Nach einer solchen Tour gilt man, nicht grundlos, als unzurechnungsfähig ☺️ Ich schneide Grimassen und lache mich, über mich selbst, schief.

Dann erblicke ich Miss Liberty, unser Wohnmobil. Das ich das noch erleben darf ☺️ Mein Körper ist abgekämpft und ausgelaugt. Mein Kopf ist leer. (Haha, nichts Neues- schon klar ☺️) Aber ich bin zu Hause. Jetzt. Ich bin wirklich da. Tommy winkt mir entgegen. Ein Klappstuhl steht bereit, ich brauche mich nur zu setzen. Sunny kommt wild wedelnd aus ihrem Versteck und freut sich wie doof über meine Rückkehr ☺️ nur noch die Schuhe aus und bloß nicht mehr bewegen. Noch nie habe ich mich derartig ko gefühlt 😊 Mein Schrittzähler sagt mir, ich hätte sie nicht mehr alle und ich kann diesen Verdacht nur bestätigen: Ich hab sie wirklich nicht mehr alle. Nie hätte ich mir so eine Leistung zugetraut. Niemals. Mein Wille ist so stark, wie es messbare Kraft nie sein könnte 😄

Nach 60.159 Schritten, 609 errechneten Etagen und einem 43,77 langen Kilometermarsch, bin ich erlöst. Erlöst vom Gehen, erlöst vom Stehen, erlöst von meinem schweren Rucksack und erlöst (zumindest für heute😄) von meinem Drang mich immer bewegen-, alles sehen-, und erwandern zu müssen. Ich bin erledigt. Ich hab mich selbst klein gekriegt ☺️ Den morgigen Tag werde ich bestimmt verfluchen, doch das was zählt, ist die heutige Hürde, die ich, wie ich behaupten kann, mit Bravour gemeistert habe. Es hat sich wirklich gelohnt. Jihaaah ☺️ Keinen Schritt werde ich morgen gehen 😄 Aber wen interessiert schon morgen, morgen ist Zukunft. Das wichtige und wertvolle ist doch das Jetzt.

Norwegen, dass Land meiner Grenzen. Grenzen-, die ich niemals zuvor geglaubt hätte, überwinden zu können. Stolz kann ich sagen, ein weiteres Mal über mich hinaus gewachsen zu sein. Und weiter gehts ☺️

Ich muss los, drei leckere heiße Hot Dogs warten bereits auf mich ☺️ Es ist eine mordsmäßige Anstrengung auf zu stehen und meine Beine vorwärts zu bewegen.

Bis bald,

Eure (abgekämpfte, geschundene und Hot-Dog vollgestopfte) Kati 😊😊

Ps: Ich hatte wirklich Glück. Trotz des beständigen Wetters waren kaum Touristen unterwegs (weshalb ich auch ohne Bus nach oben kommen musste..) Während des Saison, im Sommer, wird man, wie ich oft lese, von den Massen beinahe erschlagen. Das wäre nichts für mich. Dann doch lieber im Schnee und an einem stilleren Wandertag. Und immer schön achtsam bleiben. (Wer der Masse folgt, hinterlässt keine eigenen Spuren 😊)

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Eine wunderbare Reisebeschreibung, inklusive toller Fotos! 🙂
    Ich vermute, da werden einige Trolle an Deiner Seite gewesen sein, Dich geleitet haben.

    Liebe Grüße, Werner 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. Kati sagt:

    Vielen lieben Dank 😊😊 das freut mich sehr zu hören (zu lesen) 😊 danke dafür 😊
    Ja, dass glaube ich auch 😉 Liebe Grüße zurück 😊

    Gefällt 1 Person

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