Schwierige Wege führen oft zu wunderschönen Zielen.

Einige Tage später, einige hundert Kilometer weiter, in der Nähe von Odda, kommt die Trolltunga. Auf deutsch, die Trollzunge. Trolltunga ist ein 10 Meter langer Felsvorsprung in 700 Meter Höhe, der über einem angelegten Stausee in der Nähe des Sorfjords, Richtung Wasser hinaus ragt. Früher konnte man den Felsvorsprung mit einer Seilbahn erreichen, dies ist seit 2004 aber leider nicht mehr möglich, da die Bahn wegen technischer Probleme, außer Betrieb gesetzt wurde. Möchte man sich dieses Ereignis, trotz der gegebenen Umstände nicht entgehen lassen, darf man sich mit einer (kurzen 😄) Wanderstrecke von insgesamt 27 km anfreunden ☺️ Das heißt, morgens los und abends zurück. Was für ein Spaß.. Tommy und Sunny schauen mich schon ganz begeistert an (das war ein Scherz ☺️☺️).

Während ich mich weiter mit der Trollzunge auseinander setze, lese ich online, in einem Beitrag über einen, von der Trolltunga aus, nur 20 Minuten entfernten kleinen Preikestolen. Jetzt bin ich mal wieder in einer selbstverursachten Sackgasse gelandet. Was sind schon zwanzig zusätzliche Minuten? Vor ein paar Tagen noch, hatte ich mir geschworen, so etwas “abgrundtiefes“ Verrücktes nicht mehr zu wagen. Doch nach dem sich der erste Schrecken gelegt hat, glaube ich (nein, ich weiß es), denn ich kenn mich, dass ich mir diese Gelegenheit wahrscheinlich nicht entgehen lassen werde. Wenn ich schon mal dort bin und der Weg nicht mehr weit ist.. ☺️☺️ Wer weiß? ☺️ Man wächst nur, in dem man Dinge erlebt, die man selbst für unmöglich hält und mit dem Glauben, diese nicht schaffen zu können. Ich möchte mich an diese Aufgabe heran trauen, ich möchte sie in die Tat umsetzen und über mich hinaus wachsen 😊 Jetzt. Sofort. Jeder Moment birgt eine neue Chance.

Doch bevor wir uns zur Trolltunga begeben, sind wir auf ständiger Suche nach einer norwegischen Handwerksbäckerei, die leider etwas schwierig zu finden ist. So nah beinander liegende Backstuben gibt es hier nicht, wie wir es aus der Heimat kennten. Norwegen ist ein langgezogenes- und schwach-besiedeltes Land, und um die Ecke mal kurz einen Bäcker zu finden, ist relativ schwierig, denn um die nächste Ecke lauert meist nur schroffer Fels oder ein klaffender Abgrund ☺️ Da uns unser Job, den wir durchaus zu erledigen haben (und den wir sehr ernst nehmen), den Besuch traditioneller Bäckereien beinhaltet, ist dies ein überaus wichtiger und unheimlich interessanter Teil unserer Reise. Ohne die Erfüllung unseres Jobs, gibt es keine neuen Abenteuer. Ganz einfach.

Wir entdecken, als wir durch den Ort Skanevik fahren, zu unserer linken Hand, eine kleine Bäckerei, die den Namen Larsen Bakeri trägt. Der Anfang wäre gemacht, die Bäckerei ist gefunden. Tommy schaut sich zuerst im Verkaufsraum um und bringt anschließend ein paar leckere Brötchen mit, während ich mit Sunny bei Miss Liberty, unserem Wohnmobil, warte. Leider (aber natürlich schön für den Besitzer 😊) ist der Chef vor einigen Tagen in den Urlaub gefahren, weshalb sich eine Mitarbeiterin zuerst mit ihm in Verbindung setzen muss, bevor wir eine eindeutige Zusage zum Mitbacken, erhalten. Ein Stellplatz am karibisch-türkisfarbenen Fjord, wo wir, auf eine Reaktion der Bäckerei warten, ist schnell gefunden. Der absolute Hammer ist das! Und es kommt noch besser 😄

Wir bekommen die Einverständnis, Miss Liberty (unser Wohnmobil) direkt am Wasser zu parken. Das heißt, vor unserem Zuhause haben wir einen eigenen Bootsanlegesteg. Ein Haus mit Meerblick in der Südsee, was will man mehr? ☺️ (nur die Temperaturen spielen nicht ganz mit) Als wäre das noch nicht genug, stellt sich uns ein Deutscher vor, der seit vielen Jahren hier am Wasser lebt. Vor dieser Zeit, hatte er eine gut laufende Transportfirma in Deutschland. Damals hat er seinen gut bezahlten Job aufgegeben und ist kurzer Hand nach Norwegen ausgewandert. Jetzt angelt- und zerlegt er frischgefangenen Fisch im großen Stil, hat ein Haus, zusammen mit seiner Frau auf dem Berg und beglückt jede Menge neugieriger Touristen, mit schönen Fahrten durch den prächtigen Fjord. Leider ist das Boot schon voll besetzt, als wir ihn zu dieser Sache befragten. Er stellt uns, als wäre es das Selbstverständlichste dieser Welt, sein eigenes Motorboot zur Verfügung. Eine einminütige Einweisung und schon kann es losgehen ☺️

Leider erhalten wir von der Bäckerei eine Absage, wegen des Urlaubes. Schade, doch wir lassen uns davon nicht unterkriegen. Die nächste Backstube haben wir schon in Aussicht (einige hundert Kilometer weiter). Dafür geht es etwas früher zu Trolltunga, als gedacht. Ich bin ja so aufgeregt ☺️ und gespannt. Ich werde Euch natürlich, in den kommenden Tagen, genauestens berichten.

Bis bald,

Eure Kati 😊

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s