Manche Menschen spüren den Regen, andere werden nur nass.

Beinahe eine ganze Woche regnet es jetzt schon. Wir befinden uns immer noch in Hällevadsholm auf einem netten Stellplatz am See, in der Nähe eines Sportplatzes (auf dem irgendwie nur Mädchen Fußball spielen dürfen..) Es ist viel zu kalt und sehr sehr ungemütlich. Kaum verschwindet die Sonne und es kommt ein bisschen Wasser vom trüben Himmel, schon kühlen wir innerlich aus. Wir stellen die Heizung an und machen es uns gemütlich. Schließlich kann man diese Tage auch zum Arbeiten, nutzen. (Wenn es nur schönes Wetter gibt, kommen wir ja zu garnichts mehr ☺️ Unsere Zeitschrift heißt Besser Backen, von bpa media) Auf dem Wohnmobildach hört sich das Prasseln der Regentropfen oft viel schlimmer an, als es in Wirklichkeit ist.

Meine Spaziergänge lasse ich trotz dieser Schlechtwetterphase nicht ausfallen. Denn ich liebe es, eingekuschelt in eine warme Jacke, im Regen durch den Wald zu laufen. (Außer mir bläst der Wind das kalte Wasser ins Gesicht, dann natürlich nicht..) Bekomme ich keine Bewegung (meinen täglichen Auslauf) werde ich, mit der Zeit, unausstehlich. 🙄 Ganz anders ist da unser Hund. Der läuft nur noch, wenn er dem „Druck“ nicht mehr standhält und mal so richtig dringend muss ☺️ oder wenn ich ihr klar mache, dass ausschlafen nicht den ganzen Tag andauert. Das artet ja sonst noch aus! Den ganzen Tag nur schnarchen, dass geht zu weit! Täglich kämpfe ich mit meinem Schweinehund, aber nicht mit dem weltbekannten, inneren ☺️☺️ Mein eigener innerer Schweinehund hat sich mittlerweile, heulend und gedemütigt, zu Sunny, ins Körbchen gesellt, denn er hat längst nichts mehr zu sagen 😊

Um uns den Nachmittag zu versüßen, backe ich Milionairs Shortbread. Die unterste Schicht besteht aus Mürbteig (typisches schottisches/englischen Milionairs Shortbread), in der Mitte versteckt sich eine leckere Füllung aus Karamell, die mit einer Schicht aus geschmolzener Schokolade übergossen wird. Es ist köstlich ☺️

Durch die dicke Wolkendecke blinzeln ab und an ein paar Sonnenstrahlen, doch der Wind ist noch immer zu frisch, (dem skandinavischen Volk ist es wahrscheinlich nicht zu kalt, da ein kleiner Junge mit Shorts und Tshirt herumläuft) während wir außerhalb kurz Luft schnappen.

Nach dem nun auch unsere Arbeit erledigt ist und wir wieder frei für neue Abenteuer sind, beginnen wir unsere Habseligkeiten zusammen zu räumen, um anschließend weiter zu ziehen. Schnell nochmal durch saugen, Wassertank auffüllen und duschen, dann geht es auch schon los.

Um Punkt 12 Uhr am Mittag fahren wir über die norwegische Grenze. Willkommen im Land der Trolle 😊 Ich bin schon sehr gespannt, auf all das, was uns hier noch erwarten wird. Auf all die schönen Begegnungen und auf die landschaftlichen Eindrücke, einfach auf alles.

Der Regen plätschert, unbeeindruckt von dieser Tatsache, unaufhaltsam weiter auf die Windschutzscheibe unseres Wohnmobils. Mein Sonnenakku steht auf Minimum. Ich hätte so dringend eine Ladung Sonne nötig. Wir alle.

Wir halten zwischendurch, etwas außerhalb, in einer größeren Ortschaft an, um bei einem leuchtend gekleideten- und unrasierten, aber freundlichen Mann, unsere Gasflaschen auffüllen zu lassen. Zu Mittag wärme ich unser Abendessen vom Vortag auf, da ich einen unglaublichen Hunger verspüre. Nennt man diesen Vorgang eigentlich Essen auf Rädern..? 😊 Danach hat die Straße uns wieder zurück und die Reise geht weiter.

Am Abend erreichen wir ein wunderbares Plätzchen in Notodden, die Wolken sind noch etwas verhangen und dunkel, doch der schwarze tiefe See, bringt uns ein Gefühl der Wärme und der Geborgenheit zurück. Es ist wunderschön. Von der Uferseite aus, blicken wir auf einen grünen Berg, in den kleine Häuschen gebaut wurden. Es erinnert mich in diesem Moment total an das Allgäu. In den Bergen fühle ich mich immer beschützt und wohl. ☺️ Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Tag, denn der Wetterbericht auf meinem Handy sagt eine sonnige Woche vorher.

Wir ziehen uns ins Wohnmobil zurück, während ich mir das Werkzeug zurecht lege (Rasierapparat). Routinemäßig und mit großer Begeisterung wage ich mich an Tommys Haarpracht ☺️

Am nächsten Tag

Als ich von meinem Spaziergang am Morgen zurück komme, bin ich wie in Trance. Die Schönheit dieses Naturschauspiels ist wirklich grandios. Mein Pulsschlag befindet sich gefühlt unter Null, völlig entspannt. Alles wirkt, wie in einem Film, aber ist die Wirklichkeit. Ich sehe es mit meinen eigenen Augen. Hier und jetzt, in diesem Augenblick, und kann es dennoch kaum glauben. Dies zu sehen und zu erleben ist ein riesiges Geschenk.

Der Nebel hängt in den Ausläufern des Sees und löst sich, mit der hereinströmenden warmen Luft, langsam aus seiner Umgebung. Zwischen dem Nebelschleier schauen ein paar bunte Häuser aus Holz hindurch und begrüßen die morgendliche Sonne. Herunter hängende Spinnennetze, satt gefüllt mit Wassertropfen, glitzern fröhlich, im Schein der Sonne, an einem Brückengeländer.

Bald nach meiner Morgenrunde und unserem leckeren Frühstück, fahren wir auch weiter. Unser, doch sehr begrenzter Vorrat an frischer Wäsche, nimmt rapide ab. Es wird nun wirklich Zeit sich um diese Tätigkeit in unserem Haushalt zu kümmern.

Auf dem Weg nach Seljord, zu einem Campingplatz mit Waschmaschine, direkt an einem See, begleitet uns eine atemberaubende Natur. Hätte man mir die Augen, auf dem Weg dorthin verbunden, ich hätte schwören können, wir sind in Tirol. Grün bewachsene Berge, schneebedeckte Gipfel, kleine Holzhäuser, ein rauschender Wasserfall nach dem anderen und Bauernhöfe wo wir nur hin sehen. Tirol, ganz ohne Tourismus. Tirol, ganz ohne den kleinsten Tropfen an zünftigem Bier und dem dazugehörigen klaren Schnaps 😄

Ich muss Schluss machen, mir entgeht einfach zu viel 😊 an spektakulärer Natur. Große Gebirge, tiefe Täler und kleine Wasserfälle, die aus dem Bergmassiv herunter plätschern, dass alles, ich muss es sehen ☺️

Bis bald,

Eure (sprachlose) Kati 😊

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