Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen. (Gandhi)

Ist es wirklich dieses Leben? Dieses Leben im übertriebenen Konsum? Dort wo Geld die Liebe ersetzt? Wollen wir wirklich so ein Leben? Soll genau das dieses „eine“ Leben sein, unser eines eigenes einziges Leben?

Es wird so langsam Zeit umzudenken, um uns auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Ist Geld denn wirklich das Wichtigste hier auf Erden?

Ein Leben mit der vollen Dröhnung. Die volle Dröhnung Online, die volle Dröhnung Billigfleisch, die volle Dröhnung Nahrungsergänzung und Zusätze, die dein Körper überhaupt nicht will, die volle Dröhnung Kosmetik auf der Haut, alles auf Vollgas. Immer mehr, immer weiter, bis wir uns irgendwann selbst nicht mehr kennen und eine einzelne Sekunde mit uns selbst zum Knockout führt.

Wir schnappen unser Telefondingsbums, „chatten“ mit virtuellen Freunden oder bestellen mal schnell was, irgendetwas, dass uns schon morgen wieder glücklich macht. Kaum ist dieses Bestelldings zuhause angekommen, schon wartet das nächste. Und das übernächste. Und weil heute ein ganz besonders anstrengender Tag war, haben wir uns noch zusätzlich eine Belohnung verdient.

Schade, wie unsere Geräte bestimmen wann-, was-, und meist auch wo wir zu essen haben, sie berichten über den neusten Tratsch, erzählen von schlimmen Kriegen in fernen Ländern und ordern automatisch die nächste Lieferung Lebensmittel. Diese Dinger haben uns fest im Griff. Und irgendwann schaffen wir uns dadurch wahrscheinlich noch selbst ab.

Was ich hier beschreibe ist (hoffentlich) ein Extremfall, doch ganz so weit hergeholt ist es in der heutigen Zeit nun leider auch nicht mehr. Ein paar (“ultraleichte“) Lebensmittel-Päckchen durfte auch ich schon an den verschiedensten Haustüren abliefern.. Was erhoffen wir uns von dieser Erleichterung? Mehr Zeit? Mehr freie Zeit? Wir bezahlen also ein vielfaches mehr und erhoffen uns dadurch mehr Freizeit? Wirklich? Naja, zumindest glauben wir daran..

Warum so viel Ballast? Warum diese Massen an materiellen Gütern, die wir bis wir alt und verschrumpelt sind eh nicht mehr alle auf einmal sinnvoll nutzen können? Ich bin mir sicher, dass sich einige Menschen mit ihrem Besitz, also mit all ihrem über Jahre angesammelten Kram identifizieren. Das alles für den neidischen Blick der Nachbarn? Für ein paar anerkennende Worte? Macht uns das denn als Mensch wertvoller? Liebe und Zuneigung kann man nicht mit Geld kaufen. Denn Liebe ist unbezahlbar. Das, glaube ich, ist das kleine Problem in unserer westlichen wohlhabenden Welt. Wir vergessen zu oft, wie liebenswert und wertvoll die Menschheit und wir selbst sind.

Besitz macht nicht glücklich. Und mehr Besitz auch nicht. Man muss alles pflegen, abstauben, warten, also unendlich viel Zeit investieren. Zeit, die wir stattdessen anderweitig nutzen könnten, zum Beispiel mit Beziehungen und Freundschaften pflegen. Das kostet oft auch Energie und Nerven 😊 aber das bekommt man meist auf anderem Wege um das tausendfache zurück und das ist doch unschlagbar, oder? 😊

Wenn mir etwas gefällt, dann überlege ich meist vorher, ob dieser materielle Zuwachs wirklich von Nöten ist. Und bis jetzt habe ich mich da auch echt gut gehalten und erstaunlicherweise ohne diesen überlebt 😊

Fällt mir mal die Decke auf den Kopf, manchmal gibt es da auch keinen erklärlichen Grund dafür, es ist einfach die Stimmung des Moments (da muss man dann halt auch mal durch 😊) dann gehe ich in die Natur. Dort finde ich mich wieder. Jeder gegangene Schritt führt zu mir selbst zurück. Leise, bedächtig, still. Ein Spaziergang durch den Wald, dort wo die Vögel zwitschern, der Regen aufs Blätterdach tröpfelt und uns die kleinen Waldbewohner neugierig beobachten. Ich atme tief ein, spüre den angenehm kühlen Atem in meiner Lunge, die Luft breitet sich aus und ich atme wieder aus. Mit jedem Atemzug bin ich gedanklich dabei. Ich komme bei mir an. In mir. Und schon bald geht es mir wieder besser 😊

Ich bin, wie wir alle, zum Glück auch nur ein Mensch (was ich schreibe ist das, wonach ich strebe und wo nach ich lebe – so weit ich mir nicht selbst im Weg stehe 😊) habe selbstverständlich Stärken und Schwächen. (Meine Stärken sind meine Schwächen 😂) Eine davon (ich weiß nicht genau ob Stärke oder Schwäche) sind zum Teil schmerzhafte, aber schöne Körperbilder. Wenn ich mich also mal wieder für so eine Erinnerung unter der Haut entscheide, dann weil ich keine Argumente dagegen habe. Ich hab die Diskussionsrunde praktisch schon verloren, noch bevor ich mich mit mir selbst auseinander setzen konnte. Wie kann ich etwas für unsinnig erklären, dass sich für immer hält (und sogar noch einige Monate länger als ich selbst)? Etwas an das ich Erinnerungen habe, Erinnerungen, die ich gerne bei mir habe, weil mir etwas so wichtig ist, dass ich es mir nicht mehr weg denken kann. Wie kann das schlecht sein? Eben. (Wenn du dich jetzt auf die Suche nach einem Tattoo Studio machst – ich kann dir natürlich eines empfehlen ☺️)

Was ich damit sagen möchte: tu was dir Freude macht-, was dich begeistert-, was dich glücklich macht und dir langfristig ein fröhliches Lachen ins Gesicht zaubert 😊😊

Alles ist vergänglich. Die Schönheit. Der Reichtum. Und leider auch unsere Zeit. Gemeinsame Zeit. Keiner weiß, wieviel uns davon gegeben ist. Was uns am Ende bleibt sind Erinnerungen. Erinnerungen und Gefühle. Und mit ein bisschen Glück, auch ein alter Seelenverwandter, mit dem wir noch im Rollstuhl um die Häuser ziehen können.

Ich wünsch‘ Dir einen guten Rutsch und viele schöne Begegnungen fürs neue Jahr 😊🍀

Deine Kati 😊