Glück bedeutet, so zu leben, dass es sich im Inneren gut anfühlt und nicht so, dass es von Außen gut aussieht.

Wollen wir nicht alle einfach nur glücklich sein?

Was ist denn eigentlich dieses “Glück“?

Im Duden wird es folgendermaßen definiert: „etwas, was Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände ist; besonders günstiger Zufall, günstige Fügung des Schicksals“. Doch wieso gestaltet sich für uns das streben nach Glück immer so schwierig? Zwischen all den arbeitsreichen und anstrengenden langen Tagen, die scheinbar kein Ende nehmen wollen, sollen wir also auch noch Überstunden schieben, um diesen besonderen Zufall hervorzurufen? Das überfordert einen ja schon während man nur darüber nachdenkt!

Ast

Für mich ist “glücklich sein“, der Zustand, den ich tief im Inneren spüre, wenn ich auf Reisen bin. Es reicht anfangs schon, wenn ich mich auf den Beifahrersitz in Miss Liberty, unserem Wohnmobil setzen und durch die Frontscheibe auf die sich bewegende Fahrbahn blicken kann. Im Hinterkopf das bevorstehende Abenteuer. Egal was es sein mag, denn irgendetwas unvorhersehbares passiert ständig. Ohne Plan und ohne Druck einfach los.

Weltkarte

Wieviele Menschen sind gelangweilt vom Alltag des Lebens, dem Beruf, der einen maßlos unterfordert (oder überfordert) -man diesen aber trotz allem weiter ausübt, weil man zu bequem ist etwas zu ändern. Es fehlt die Herausforderung, die Aufregung und die Begeisterung für das Neue. Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Tag bei der neuen Arbeitsstelle. Es war vor mehr als 1,5 Jahren. Ein bisschen Aufregung, die Ungewissheit und die Spannung auf das was mich wohl erwarten würde. Die mir noch unbekannten Menschen, mit denen ich von nun an Tag für Tag zu tun haben werde, das Miteinander, die Stimmung untereinander, die zu erlernende Tätigkeit, alles war neu. Dauernd kamen andere Dinge dazu, die ich mir aber mit Begeisterung merkte, lernen und verinnerlichen durfte. Abends war ich kaputt und müde, aber dennoch zufrieden. Ich glaube, das glücklich sein viel auf die unstillbare natürlich vorhandene Neugierde des Menschen basiert. Man kann schließlich nicht gelangweilt und interessiert zu gleich sein. Auch der positive Umgang mit anderen Menschen ist meiner Meinung nach unglaublich wichtig. Was macht diese liebe Person direkt vor meinen Augen zu dem der sie ist? Die anfängliche Distanz, die ja meistens besteht, wenn man sich nicht kennt, verflüchtigt sich dann doch schneller als gedacht. Ich fühle mich in die Menschen in meiner Umgebung ein, verstehe sie dadurch leichter und kann deren Handlungen besser nachvollziehen. Wie oft urteilen wir über jemanden, mit dem wir noch nicht einmal ein Wort getauscht haben? Oft schätzt man sein gegenüber total falsch ein, weil er dieser oder jener Abstammung ist, was man leider von kleinauf eingetrichtert bekommt, oder eben äusserlich nicht dem Bild entspricht, dass wir von einem gepflegten und ehrlichen Menschen haben. Wieso sind denn, wie es im Grundgesetz niedergeschrieben ist, doch nicht alle Menschen gleich? Warum sind wir denn immer wieder von Vorurteilen geplagt, obwohl wir selbst nicht vollkommen sind? Es ist nun mal so, dass kein Lebewesen dieser Welt perfekt und ohne Fehler ist. Aber würden wir uns gegenseitig helfen, füreinander da sein und einstehen für das, was uns selbst ausmacht, wäre doch auf zwischenmenschlicher Ebene kein so großes Geltungsbedürfnis und Konkurrenzdenken mehr zu finden, oder? Sagen wir auch mal, was wir für eine bestimmte Person fühlen (eben das wir sie mögen, lieb haben und achten) oder wie großartig wir eine geleistete Arbeit finden, und nicht nur das, was zu verbessern ist und nicht perfekt war.

Das macht doch glücklich 🙂 Jemandem zu zeigen wie toll sie/er ist (natürlich ehrlich gemeint), macht gleich beide Parteien fröhlicher und empfänglicher für weitere “gute Taten“, eine prächtige Laune und eine entspanntere Atmosphäre.

Eichel

Würden die Arbeitgeber dieser Welt verstehen, dass nicht ausgegebenes Geld oder der Milliardengewinn nicht des Rätsels Lösung ist, wäre vermutlich vielen geholfen. Nicht jeder Mitarbeiter hat die selben Kompetenzen, doch ist keiner davon weniger Wert. Ob wegen seiner besonderen Arbeitskraft und Ausdauer oder seiner Persönlichkeit. Jeder einzelne ist wichtig und wertvoll.

Ich sehe die Welt (oft gelingt es mir leider nur ausserhalb der stressigen Arbeitswelt), bewusst mit Kinderaugen. Es macht alles besonderer, aufregender und um einiges bunter. Wie schön die Sonnenstrahlen gerade schräg unterhalb der Baumstämme auf den teilweise mit Blätter bedeckten Waldboden fallen und so wunderbare Schatten werfen. Es ist atemberaubend. Die Konzentration auf die kleinen unscheinbaren Dinge, die uns beinahe minütlich begegnen und auf unserem Weg mitgegeben werden, sind die, die uns die Kraft fürs Weitermachen geben und Glück empfinden lassen. So finde ich.

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Ein banales „hallo“, das in der Zeit des Smartphones und der Kommunikation auf elektronischem Wege, leider weitestgehend eingeschlafen ist und falls wir nichts daran ändern sollten, wahrscheinlich irgendwann verschwinden wird, bringt viel zu selten jemand über die Lippen. Ob man sich kennt oder nicht, es ist doch auch eine Geste des Respekts. Ein aufrichtiges, ehrliches Lächeln, das so selbstverständlich sein sollte und so gut tut, hat mich schon durch so manchen unerträglichen Tag gebracht. Hilfsbereitschaft und für andere da zu sein, ist etwas ganz tolles. Vielleicht finden wir uns auch mal in einer Situation wieder, in der wir für ein geliehenes Ohr unendlich dankbar wären.

Blume

Die Natur bietet uns so viele wunderbare Ereignisse, wie zum Beispiel die prächtig-leuchtende rote Mohnblume auf dem von der heißen Sonne vertrockneten Acker, die mir fröhlich ins Auge blitzt. Jede Sekunde winkt uns ein kleines aufheiterndes Stück Glück entgegen, wir müssen nur unsere Augen dafür öffnen und unsere Hand danach ausstrecken. Es tut auch garnicht weh, versprochen 🙂

Eicheln

Keiner braucht sich hinter massenweise Schminke, Perlenketten, wertvollen (mit Geld zu erwerbenden) Kleidungsstücken und teuren Autos zu verstecken, denn was wir wirklich sind, hat (für mich) nichts mit materiellen Werten am Hut. Was zählt bist du. Du. Genau du. So wie du bist.

Das Leben ist ein Geschenk, auf dessen Weg wir manch knifflige Aufgabe zu lösen haben, aber auch mit den süßesten Früchten überrascht werden, deren Samen wir Tag für Tag sähen.

Liebe Grüße Eure Kati 🙂

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Was ich zum Schluss noch hinzufügen möchte:

Ich berichte euch aus eigenen Erfahrungen und Erlebnissen die ich in bisher 27 Jahren machen durfte und gebe daher meine Gedanken und Empfindungen wieder, die sich für mich und mein Leben als richtig erweisen/erwiesen haben. Ich möchte niemanden belehren oder angreifen. Sich in meinem Alter andere Gedanken als über die verschiedensten Arten der Fortpflanzung zu machen, stößt bei manch einem vielleicht auf Unverständnis. Falls sich also irgendjemand durch meine Reflexionen aufregen sollte, bitte verzeihe. Ich bin gewiss nicht dazu da, um reifen Menschen im besten Alter zu erklären, was richtig und was falsch ist. (Emotionale Reife hat wahrscheinlich genauso viel mit dem Alter zu tun, wie eine Schnecke mit Rennsport. Zur Vervollständigung: eine herkömmliche Schnecke kriecht durchschnittlich 0,002m/s 🙂 )