And in the end, it’s about who you want to spend your Sundays with.

Wäsche waschen, putzen, räumen, kehren, wischen – eben alles was bei einem Hausputz so anfällt.

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Es ist sonnig und ich laufe nachmittags ausgedehnt mit Sunny zu ‚Dunnottar Castle‘. Es dauert, wie meistens, wieder einiges länger als ich vorher vermutet habe. Vom Campingplatz aus laufen wir die Promenade entlang (dort wo es auch die fish n chips gibt), schlagen in Richtung Küste ein und kommen durch enge hübsche Gässchen an dem kleinen Hafen an. Wackelnde Schiffchen empfangen uns jedoch nicht. Weiße, rote und gelbe Boote liegen trocken auf Grund. Kein Meer zu sehen. Der Boden ist schlammig und braun gefärbt. Ich genieße trotzdem die unschlagbare Stimmung. Sie drückt sich einfach durch meine Haut, tief in mich hinein. Für mich ist es ganz besonders. Der kleine Hafen, die Boote, die kleinen Restaurants und Geschäfte. Die geschwätzigen Leute, die über den dunklen, gepflasterten Weg schlendern, die aufgeregt kreischenden Möwen, die auf einen Happen lauern um ihn zu stibitzen und drumherum umarmen hohe Hügel das ganze Geschehen. Geborgenheit pur.

Es dauert eine Weile bis ich das „Dunnottar Castle“-Schild bemerke. Doch irgendwann hab auch ich verstanden, wo entlang gewandert werden muss 🙂 Über einen steilen Weg kommen wir zu einer Holzbank. Ich lasse den Blick, über die von Zeit zu Zeit kleiner werdenden Häuser und allerlei Boote streifen. Ein schmaler erdiger Pfad führt uns lange über eine von sanften Bergen und Hügel überzogene Landschaft und über weite endlose Wiesen an den Klippen entlang. Immer das Meer in Sichtweite. Mal grün, mal türkis, mal blau oder sehr dunkel. Die Farben sind so abwechslungsreich. Ab und zu kommen uns ein paar freundlich grüßende Wanderer entgegen. Sunny interessiert sich aber nicht für sie. Brav trottet sie neben mir her. Auf der rechten Seite unseres Weges, sticht mir ein „Steinpavillon“ ins Auge. Er scheint sehr mächtig und gepflegt zu sein. Meine Abenteuerlust ist geweckt (sie hat nie geschlafen), beim Näherkommen wird klar, dass es sich um ein Kriegsdenkmal (erbaut 1921) handelt. Es sieht schön aus. Frische, rote Rosenkränze schmücken das Denkmal. Ich bin beeindruckt von dieser großen Achtung und dem Respekt, den sie hier heute noch gegenüber den Kriegsgefallenen vom ersten Weltkrieg an den Tag legen (ein fünftel der Briten, davon ungefähr 200 aus Stonehaven-wo ich mich gerade befinde).

Die unbändige Schönheit zieht mich auf ein Neues in ihren Bann. Alles strahlt geheimnisvoll. Ich könnte Stunden, nein Tage oder Wochen, hier verbringen. Über jeden Berg hüpfen und jeden kleinsten Winkel erkunden. Es gibt hier massenweise verwunschene Fleckchen die es auszukundschaften gibt. Meine Gedanken tanzen Tango. Im Geiste spielt sich ein wildes Szenario aus Schmugglern, Diebesgut und allen möglichen funkelnden Schätzen aus geraumer Zeiten ab. Würde ich doch so gerne den Buckel herunter an die einsame Bucht kraxeln, etwas abseits zwischen dem dunklen Meer und den Felsen hindurch klettern, um ein kleine mystische Höhle zu entdecken in der man sich verstecken kann! Die große märchenhafte und etwas schaurige Burg liegt eingebettet zwischen zwei grünen Hügeln am Meer. Einfach perfekt. Endlose Stufen führen zur Burg herunter und an der gegenüberliegenden Seite wieder nach oben. An der Stufe vor uns, sammelt sich eine kleine Traube von Besuchern, denn wir sind nicht alleine. Sunny setzt sich neben mich. Zusammen warten wir bis es ruhiger wird.

Schnell wird mir klar, Sunny ist total ko. Nach der langen Wanderung über Stock und Stein ist sie leider nicht mehr so heiß auf Entdeckungstouren wie ihr Frauchen. Ich merke wie sie angestrengt und ungern eine Pfote vor die andere setzt. Mir bleibt nichts anderes übrig.. sie verbringt die nächste Zeit im Kerker! Nein, Spaß. Ich verzichte (leider) auf den Abstieg zur mysteriösen Burg. Ich hätte sie so gerne erkundet, doch die ’schwarze Fussel‘ ist wirklich nicht mehr die Jüngste und nach Hause tragen werde ich sie ganz bestimmt nicht! (..wobei so ein Kerker für ihre üblen Sünden und ihr fehlendes Karma bestimmt das Richtige gewesen wäre) 🙂 Ich schieße noch ein Erinnerungsfoto (das mich erinnert auf jeden Fall wieder herzukommen und Burggeist zu spielen) und verabrede mich am Telefon mit Tommy für ein Dinner bei ‚The Bay‘.

Ich freue mich nach diesem sportlichen Tag gemeinsam mit Tommy fish n chips mit Zitrone und Essig zu futtern. Das letzte Mal liegt schon viel zulange zurück (..wie erst gestern? Jaja..). Ein großer, goldbrauner, knackig panierter, leckerer Fisch, ein hübsches Eis (mit Topping) und später am Abend Erdnüsse und Radler, was lässt da noch Wünsche offen?

Am nächsten Tag.

Miss Liberty lassen wir in Stirling alleine auf dem Besucherparkplatz. Diese Ruhe vor uns hat sie sich redlich verdient. Wir kaufen uns zwei Tickets für das William Wallace Monument am Schalter und machen uns auf dem schönen Waldweg Richtung zum Turm.

Bis wir oben ankommen, begegnen uns verschiedenste Gestalten, sogar einem Schwein (aus Holz). Ich darf als erstes den Turm (erbaut 1869, 67 Meter hoch) betreten, da wir uns wegen unserem Vierbeiner leider beim Besichtigen abwechseln müssen. Die Treppenstufen wollen und wollen nicht enden. Kleine, kurze anstrengende Steinstufen. Gefühlt müsste ich wirklich schon den Himmel erreicht haben. An jedem Stockwerk führt ein kleiner Durchgang zu einem weiteren Raum, dort werden Filme gezeigt, man kann Rüstungen betrachten oder sich einfach nur umsehen.

Mir ist angenehm schwindelig als ich die letzte Stufe erklimme. Ich schaue nach unten, ziemlich weit unten. Ein Ausblick auf die Welt unter mir. Wie klein auf einmal alles erscheint. Unter Höhenangst leide ich nicht, doch ein kleines bisschen mulmig ist mir dabei schon. Ich entdecke Tommy und Sunny. Das ist also der majestätische, gigantische Turm, der in Gedenken an den schottischen Helden William Wallace, erbaut wurde. Ein Denkmal für die Freiheit.

Während sich nun Tommy den vergangenen Zeiten hingibt, spaziere ich mit Sunny durch einen zauberhaften Wald. Wir folgen dem blau angeschriebenen Pfad, der auch in der Broschüre eingezeichnet ist. Der Kennzeichnung zu folgen fällt uns schwer. Trotz all unseren Bemühungen, gehen wir letztendlich unseren eigenen Weg und das ist auch am Besten. Es ist so still. Ruhe. Zufriedenheit. Um uns sattes Grün, blaue zarte Blumenkissen, die um die vielen, hochgewachsenen Bäume und den weit verteilten Farn wachsen. Wunderschön und gleichzeitig entspannend. Auf dem Rückweg sammeln wir Tommy auf und setzen uns in ein kleines Café neben dem Souvenir-Shop. Dort bekommen wir Kaffee mit einem Kännchen kalter Milch und ‚Millionairs Shortbread‘. Ich liebe dieses Mürbteigzeugs. Es ist sehr lecker. Ich könnte mich rein legen. Ich glaube langsam, ich bin im falschen Land geboren oder eben aufgewachsen. Der Boden besteht aus Mürbteig und in der Mitte befindet sich eine weiche Karamellschicht, welche üppig mit Schokolade zugedeckt ist.

Nebenan im Shop drücken wir einen selbstgepressten Penny durch die Presse, auf dem nun das Monument abgebildet ist. Eine schöne kleine Erinnerung, die uns auf Ewig bleibt.

Am Ende des Tages stellen fest, dass wir die für uns wichtigsten Punkte in Schottland (mit Hund) erlebt haben. Sonnen und Ausruhen steht an. Urlaub halt 🙂