Sometimes we just need some time in a beautiful place to clean our head.

Fast habe ich vergessen, wie lahmarschig Sunny manchmal sein kann. Sie zeigt sich heute wieder von ihrer allerbesten Seite.

Zum Frühstück probieren wir Lemon Curd. Es ähnelt einem sehr zitronigen Aufstrich, ist milchig-gelb, leuchtend (ich denke auch bei Nacht) und erinnert mich von der Konsistenz eher an ein Dichtungsmaterial. Geschmacklich ganz in Ordnung, doch es fehlt einiges, um in Extase zu geraten. Ich stell mich ja auch nicht in die Dusche und nasche freiwillig an der Fugenmasse. Wie die Italiener ihren (leckeren?) Limoncello haben, so haben sie hier das Lemon Curd..

Das Meer ruft täglich immer lauter nach uns und die wunderschönen Klippen drängen sich permanent in meine Gedanken. Mevagissey läd uns zum Verweilen ein. Wir stellen uns etwas außerhalb auf einen leeren Parkplatz, laufen in der Hitze an einer Straße entlang und erreichen bald eine grüne Wiese, die uns tiefer in den Ortskern zu führen scheint. Dann steigen wir einige Treppen herunter, links und rechts Blüten und duftendes Grünzeug und werden mit einem großartigen Ausblick überrascht. Unser Blick fällt durch lilafarbene Blumen, über die einzigartige Natur auf Felsbrocken die aussehen, als seien sie von oben herunter ins Meer gefallen. Jeder Stein eine Schönheit für sich. Ein Stückchen entfernt entdecken wir das malerische Küstenörtchen. Wir setzen uns auf eine Bank in die kuschlig warme Sonne, trinken einen Cappuccino, den wir bei ‚She Sell’s‚ bekommen (total schnuckelig) und bewundern die gegenüberliegende Seite. Ich erfreue mich an den liebevoll eingebeteten verschiedenfarbigen Häuschen, die nebeneinander in die weiche Landzunge gebaut sind. Die Sonne, die sich im schönen dunklen blau-grünen Wasser spiegelt, strahlt die umliegenden Gebäude an und lässt sie in einem besonderen Glanz erstrahlen. Es ist wunderschön.

Dennoch vermissen wir den Strand und das Meer, nicht nur von weitem. Lange wandern wir über weite Hügel und erhaschen von oben einen Blick auf eine wunderschöne Bucht. Da wollen wir hin! Gefühlte tausend Treppen müssen wir absteigen (Sunny und Tommy bekommen schon Angstschweiß ins Gesicht), bis das Meer endlich unter unseren Füßen zu spüren ist. Juhuu! Ich bin so voller Freude. Ich drehe mich im Kreis, um alles sehen zu können. Es ist der Hammer! Eine traumhafte Bucht, blautürkises Meer, ein kleiner Wasserfall, der am Anfang der Klippen entsteht, wirklich grandios. Sunny schlabbert gierig vom frischen Wasser und möchte zur Abkühlung direkt ins Meer hüpfen. Ein atemberaubendes Naturspektakel. Tommy lässt sich auf einem Fels nieder und ich lege mich in eine für mich gerade so ausreichende Mulde im Stein zu ihm dazu. In solchen Augenblicken ist die Welt um uns herum sofort vergessen. Sunny kommt bibbernd vor Kälte aus dem Wasser und bekommt fürs Erste Wasserverbot. So leicht lässt sie sich allerdings nicht abspeisen, doch wir setzen uns durch. Schließlich möchte ich später keinen nassen und kalten Hund im Arm zurück zu Miss Liberty (unser Wohnmobil) tragen müssen. Bis wir den Rückweg antreten, haben sich in Sunnys dunklem Fell Salzränder gebildet. Lustig, unser weiß-schwarzer Hund.

Am Parkplatz angekommen, ruhen wir uns, jeder mit einer Flasche ’sparkling‘ Wasser in der Hand, erstmal auf unseren Klappstühlen aus. Leute, die mit ihren Autos an uns vorbei fahren, winken- und rufen uns unverständliche Worte der Begeisterung entgegen. Die verrückten Deutschen liegen mitten auf einem öffentlichen Parkplatz in ihren Stühlen. Die ältere Generation in den Autos, scheint jedoch nicht ganz so begeistert darüber zu sein. Doch die Laute der Entzückung, bleiben uns noch lange im Gedächtnis. Wir waren die Attraktion schlecht hin!

Während der Autofahrt schleichen sich leise Erinnerungen an in meiner Kindheit gelesene Fünf Freunde Bücher in den Sinn. Enid Blyton hat diese Gegend in ihren Geschichten erstaunlich genau beschrieben. Ich liebte diese Bücher und bekam nicht genug davon. Ja, ich gebe es zu, ich liebe sie heute noch. Aber psst, bitte nicht weitersagen. Ich fühle mich in meine Kindheit zurückgesetzt (ich weiß, das war doch erst gestern..), bin glücklich und sehr dankbar dafür, dass ich diese Erfahrungen machen darf. Ich bin total dankbar. Harry Potter und die Fünf Freunde sind hier unsere ständigen Begleiter.

Am Straßenrand entdecken wir im Vorbeifahren, ein vom Weg abgekommenes zerbeultes Auto, es ist beinahe eins mit seiner Umgebung, Büsche und Sträucher lassen es bald vollends im Dickicht verschwinden. Nur ein oranges Warnhütchen sticht wegen seiner grellen Farbe heraus. Ich bewundere deren Einfachheit für die Lösung dieses langvergangenen Unfalls. Deutschland ist echt kompliziert!

Wales kommt auf der Karte im Navi immer näher. Aufgeregt überqueren wir die nicht enden wollende Brücke, die uns heil über das Meer bringt und zahlen brav unsere Gebühr. Die Beschilderung ist für uns schwer zu lesen. Geschweige denn die Wörter auszusprechen. Es ist als würde man wahllos auf die Tastatur eines Computers eintippen und versuchen das Geschriebene laut vorzulesen.

Gegrillte Steaks, Kartoffelhälften und Salat versüßen uns den Abend. Der Jack Daniels Apple Cider ist köstlich (ich weiß, es hört sich ungenießbar an, aber es ist super lecker). In dieser Form kann man Apfelwein wenigstens mal trinken!

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