Stop waiting for Friday, for summer, for someone to fall in love with you, for life. Happiness is archieved when you stop waiting for it and make the most of the moment you are in now.

Am Morgen wache ich richtig gut erholt auf, schlüpfe in meine Schuhe, fütter unseren kleinen schwarzen Hausdrachen und führe ihn spazieren. Ganze dreimal darf ich mich heute für Sunny bücken, um ihre Hinterlassenschaften in Tüten zuverpacken. Auf so eine gesunde Verdauung kann man wirklich neidisch sein.

Die Sonne traut sich leider noch nicht hinter dem dichten Nebel hervor, doch wir lassen uns dadurch nicht den Tag vermiesen und machen es uns zu dritt in „Martins“ gemütlich. Wir ordern an der Theke den ‚Large Dorset Breakfast‘ für Zwei und dazu Americano mit Milch. Eine freundliche Bedienung bringt uns einen großen Teller mit vielen Köstlichkeiten an den Tisch. Uns lachen englische Würstchen, Bacon, Spiegeleier, kleine Rispentomaten, Baked Beans und vieles mehr entgegen. Es ist so lecker. Ich bin begeistert. Was alle vom ungenießbaren Essen der Engländer behaupten stimmt übrigens nicht! Manches ist Geschmacksache, das stimmt, doch es gibt so viele Sachen weit entfernt von Schweineschmalzkuchen und flüssigem Hefeextrakt. Den Raum den wir überblicken, ist liebevoll mit hunderten alten Feuerwehrschlauchaufsätzen, Helmen und anderen Utensilien dekoriert, die ein Feuerwehrmann im Einsatz so braucht. Die Besitzer haben sich viel Mühe gegeben, dass sieht man. Zum Abschluss trinke ich einen Original Dorset Tea mit Milch. An Schwarztee könnte ich mich durchaus gewöhnen.

Kaum übertreten wir mit dem Fuß die Türschwelle, strahlt uns die Sonne entgegen. Das Wetter, das der Wind übers Meer an Land weht, ist wirklich nicht vorhersehbar und immer für eine Überraschung zu haben. Das gefällt mir sehr. Man weiß nie was kommt und es bleibt einfach spannend.

Jetzt wird es Zeit sich faul in die Sonne zu legen und die Seelen baumeln zu lassen. Ich rieche den Duft des frisch gemähten Grases, noch bevor ich den älteren Herr auf dem Rasenmäher über die Wiesen heizen sehe. Das ist Heimkommen. Dieser Geruch, die Sonne und das Meer lassen mich den Stress aus busy Germany bald vergessen.

Nachmittags begeben wir uns auf eine lange Wanderung am Strand. Nach einer halben Stunde entdecken wir ein Strandhaus mit Bewirtung. Natürlich müssen wir einkehren, schließlich kann man ohne Stärkung keinen Kampf gewinnen. Schnell entschieden wir uns für Pizza und Ingwer-Zitronenlimo. Die dünne Pizza ist mit buntem farbenfrohem Gemüse und viel Knoblauch (vermutlich eine ganze Knolle) belegt. Sie ist lecker, aber wir sind uns einig, dass diese Pizza geschmacklich niemals an unsere Lieblingspizza in Kochersteinsfeld im weit entfernten Deutschland heran kommen wird.

Zurück am ruhigen weiten Sandstrand, merke ich, wie unangenehm mir dieser Trubel in der Wirtschaft war. Ich genieße die entspannte Natur in deren Einzigartigkeit sehr. Ich schaue nach vorne auf die gigantischen atemberaubenden Felsen und bin glücklich. Es wird angenehm still in mir. Die Größe der Klippen kann man auf keinem Foto nur annähernd einfangen, wie diese in Wirklichkeit sind. Bezaubernd schön. Ich kann meine Augen nicht mehr davon lassen. Ich spüre eine unglaubliche innere Ruhe und fühle, als würde ich mit jeder rauschenden Welle des Meeres reiner und sauberer gewaschen. Dieser wundervolle Anblick begleitet uns nun den ganzen Tag. Ich bin natürlich unendlich glücklich.

Im warmen feinen Sand finde ich eine kleine Krebsschere, die vermutlich einer Möwe während ihres Festschmauses aus dem Schnabel gefallen war. Man muss zwar achtsam sein, um nichts kaputt zu machen, doch der Mechanismus des Krebsarmes und deren Schere funktioniert einwandfrei. Ich bin begeistert von dieser Technik. Der Genialität der Natur.

Der Rückweg führt uns über steile Felsen, dass ist anstrengend für die ältere Generation unter uns (ich bin hier schließlich die Jüngste und springe wie ein junges Reh über die Klippen). Am Ende erreichen wir aber doch noch unser Wohnmobil und Tommy legt sich um 17 Uhr zu einem Mittagsschlaf aufs Ohr. Diese Einsamkeit und die Idylle die diese Landschaft ausstrahlt ist wunderschön. Die pure Erholung. Ich bin im Einklang mit mir selbst, höre den geschäftigen Neuankömmlingen zu und beobachte diese, während sie an ihren Zelten und Gerätschaften hantieren. Wirklich ein reges Treiben.