Wie alles begann..

Hi, ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen 😊

Ich bin 26 Jahre alt, abenteuerlustig, habe einen lieben Freund und einen verrückten Hund namens Sunny. Mein engster Familienkreis besteht aus drei älteren Geschwistern, Mama und Papa. Meine zwei Brüder haben beide kleine Kinder (sie sind echt süß), doch ich selbst bin nicht bereit diesen Weg zu gehen. Da die Weitergabe des Familiennamens bei zwei Buben weitestgehend gesichert ist und wir nicht aussterben werden, sollte diese Entscheidung kein weiteres Problem darstellen.

Derzeit werde ich dafür bezahlt, Menschen täglich Rechnungen, geliebtes Briefkastenfüllmaterial und heiß ersehnte viereckige Kartons an die Türe zu bringen. Ich hab früher schon sehr gerne auf fremde Klingeln gedrückt (heute renne ich allerdings nicht mehr weg). Dadurch seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können ist echt spitze. Der Kontakt mit den vielen verschiedenen Arten von Menschen bereitet mir wirklich große Freude. Seit Februar letzten Jahres darf ich nun schon meine Kollegen und Kunden mit meiner Anwesenheit beglücken.

Als Schülerin besuchte ich nach der Grundschule die Hauptschule, absolvierte die mittlere Reife um das Bäckerhandwerk zu erlernen. Meine Eltern waren damals nicht sonderlich von meinem Berufswunsch begeistert, doch Bäcker wollte ich von Herzen gerne werden. Nach der bestandenen Ausbildung mit sehr wenig Schlaf, blieb ich dem Betrieb noch ganze zwei Jahre erhalten. In der Zwischenzeit meldete ich mich für Teil 3+4 der Meisterprüfung an (in diesen drei Monaten könnte ich beinahe ausschlafen🤓). Nach dieser Zeit begann ich, mich auf meinen Traum zu fokussieren. Ein eigenes Café. Mit viel Hilfe und Unterstützung allerseits, fand ich Mittel und Wege mich in meinen jungen Jahren selbstständig zu machen. Zwei Jahren führte ich die kleine Kuchen- und Tortenwerkstatt im schönen Jagsttal. Warmer Sonnenschein und das Feeling des alten Bahnhofsgebäudes lockten unendlich viele Gäste zu uns. Leider waren damals die Gegebenheiten der Anlage und auch die Aufteilung der Räumlichkeiten für diesen Ansturm nicht gegeben (wir haben selbst gebacken). Für mich war dies eine große und wichtige Erfahrung, mit vielen Höhen und Tiefen, doch es stand schnell fest, dass dieser vermeintliche Traum nicht meine Zukunft sein würde.

Ich liebe die bedingungslose Freiheit einfach viel zu sehr. Gefangen in meinem eigenproduzierten Film von „täglich grüßt das Murmeltier“ wollte ich nicht hängenbleiben. Wir hatten damals zwei Ruhetage in der Woche, was als Selbstständiger fast noch zu wenig ist (Privatleben gleich Null-ich habe wirklich Hochachtung vor den Durchhaltenden in der Gastronomie, man gibt wirklich einen großen Teil seines Lebens dafür auf), Einkaufen, Buchhaltung, Reparaturen etc. doch wir (mein Freund und ich) fanden trotz allem immer mal wieder einen kurzen Moment für uns, um zu entspannen. Einfach die Welt zu vergessen, die um uns tobt. Wir hielten mit unserem kleinen weißen Peugeot Boxer „Charly“ auf einer Wiese direkt am Fluss. Grillten, tranken Bier und genossen ein paar Stunden am späten Abend. Da konnte ich auftanken und neue Kraft gewinnen, um durchzuhalten. Unser Traum, die Welt zu bereisen wuchs in jedem Moment.

Das Rad drehte sich weiter und Ende 2016 gelang es mir dann, einen Ast in dieses Rad zu werfen. Ich setzte meinen (für mich) schweren Rucksack der Selbstständigkeit ab und versuchte mit der riesigen Hilfsbereitschaft meines Freundes, das Beste daraus zu machen. Mit einigen Verlusten schloss ich dieses Kapitel und war trotz all dem sehr erleichtert. Ich konnte, als ich meinen neuen Job hatte, endlich wieder durchatmen. Ich war endlich wieder freier. Ich verstand und verstehe es bis heute nicht: ich bin so ein freiheitsliebender Mensch und doch binde ich mir immer wieder aufs Neue selbst Fesseln um Hände und Füße.

Ich nahm mir fest vor, 2018 sollte unser Jahr werden. Das Jahr, das alles ändern sollte. Ende des Jahres möchte ich meine Arbeit an den Nagel hängen um los zu reisen. Wir haben seit ein paar Monaten ein neues Wohnmobil. Unsere Miss Liberty. Im Mai nahm ich meinen Jahresurlaub und zwei unbezahlte Wochen für Juni. Insgesamt 6 Wochen, die natürlich viel zu kurz waren, gingen wir in Großbritannien auf große Entdeckungstour. Ich wäre am liebsten dort geblieben. Als kleine Testreise, um sich wirklich sicher mit dieser Entscheidung zu sein, war es perfekt. Genau das fühlt sich nach mir an. Nach meinem Weg.

Von dieser Reise werde ich Euch ausführlich berichten. Ich hoffe, damit Dein Herz berühren- und meine Liebe für diese wunderschönen Plätze und Begegnungen auf dieser Welt teilen zu können.

Eure Kati 😊

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#expeditionkati